Mehr Raum fürs Museum

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Einen Schlüssel aus Hefegebäck überreichten die drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder an den Arbeitskreis für Heimatkunde um Günther Keller (4. von links).

Nieder-Roden (eh) ‐ Wenn schon eine symbolische Schlüsselübergabe, dann richtig: Einen schmackhaften Türöffner aus der Bäckerei überreichte der Magistrat gestern an den Arbeitskreis für Heimatkunde Nieder-Roden.

Was vor sieben Wochen nur eine kurze Mitteilung im Ortsbeirat war, ist damit offiziell: Der Verein bekommt nach 25 Jahren auch die zweite Hälfte des alten Lehrerhauses an der Turmstraße. Das Heimatmuseum wird damit doppelt so groß.

„Wir sind froh, einen Nutzer zu haben, der sich um das Gebäude kümmert“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor der Presse. Die Stadt habe mit dem Verein eine „partnerschaftliche Vereinbarung“ getroffen, die für beide Seiten ein Gewinn sei.

Die Stadt bleibt Eigentümerin und stellt ihr Haus kostenlos für das Heimatmuseum zur Verfügung. Der Arbeitskreis für Heimatkunde trägt die laufenden Kosten für Energie und Wasser, sorgt für Sauberkeit in Haus und Hof und übernimmt Schönheitsreparaturen. „Das Haus ist in guten Händen“, betont Stadtrat Michael Schüßler. Es sei notwendig, dass die Nutzer städtischer Immobilien auch einen Teil Verantwortung übernähmen: „Es kann nicht mehr sein, dass alle unsere Gebäude nutzen und die Stadt zahlt alles.“

Der Arbeitskreis für Heimatkunde habe stets auf Gelder aus der Vereinsförderung verzichtet, sagte Vorsitzender Günther Keller. Die Möglichkeit, das Haus als Museum zu nutzen, sei mehr wert als 300 Euro Basisförderung im Jahr.

Die größere Fläche erlaubt dem Heimatverein, die Dauerausstellung zum Thema „Leben um 1900“ zu vergrößern. So soll die Schusterwerkstatt, die derzeit in einer Scheune lagert, wieder aufgebaut werden. Eine Portefeuiller-Werkstatt steht ebenso auf der Wunschliste wie eine alte Küche „mit Ofen und Schiffchen“ und eine Waschküche im Keller.

Zunächst müssen die Handwerker ran. Der Arbeitskreis für Heimatkunde will den Mauerdurchbruch im Obergeschoss wieder öffnen, um einen Rundgang möglich zu machen. Bodenbeläge, Wände, Treppe und Beleuchtung sind zu erneuern. Das alles werde mehr als ein Jahr dauern, so Günther Keller: „Wir hoffen, dass wir mit 15.000 Euro auskommen.“ Die meisten Arbeiten wollen die Mitglieder selbst erledigen. Handwerkliche Erfahrung bringen viele mit, wie der stellvertretende Vorsitzende Peter Staudt sagt: „Mit zwei linken Händen geht man nicht in den Heimatverein.“

Quelle: op-online.de

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