Mehrheit für Märkte

Rodgau - (eh) Eine Mehrheit des Stadtparlaments möchte im Gewerbegebiet Jügesheim nördlich der Kreisquerverbindung (J 28.1) ein großes Einkaufszentrum ansiedeln. Dies zeigte die jüngste Einzelhandels-Debatte im Haupt- und Finanzausschuss.

Bürgermeister Alois Schwab sieht keine Chance, diesen Wunsch bei übergeordneten Behörden umzusetzen.

Redner von SPD und FDP forderten ihn auf, politischen Einfluss im Planungsverband geltend zu machen. Schwab sitzt als Vertreter der Stadt Rodgau in der Verbandskammer.

Wenn eine Gemeinde wirklich will, kann sie auch etwas erreichen“, betonte Rolf Neumayer (CDU). Auch Jürgen Kaiser (SPD) forderte Mut zu offensivem Auftreten: „Wir haben den Eindruck, dass im Planungsverband die Ausnahme die Regel wird. Dann müssen wir eben diese Ausnahme werden.“

Dass in Rodgau noch Einzelhandelsgeschäfte fehlen, steht außer Frage. Eine Markt- und Strukturuntersuchung im Auftrag der Stadt hat einen Bedarf von 17 700 Quadratmetern Verkaufsfläche ermittelt, davon mehr als die Hälfte „innenstadtrelevante Sortimente“ wie Lebensmittel (2 600 m²), Bekleidung (2 200 m²) und Unterhaltungselektronik (2 900 m²). Der Bürgermeister verweist auf Briefe von Planungsverband und Regierungspräsidium, wonach diese Branchen nur in zentrumsnahen Lagen zulässig seien. Dort ist allerdings in Rodgau kein Platz.

Eine eindeutige Abfuhr erhielt Schwab für die Idee eines Einkaufszentrums auf der zukünftigen Siedlungsfläche zwischen Jügesheim und Hainhausen. Mehrere Redner lehnten dies als utopisch und unzumutbar ab. „Wir wollen kein Märktezentrum im Wohngebiet, das dort noch den Verkehr hinzieht“, positionierte sich Anette Schweikart-Paul (CDU). Ähnlich äußerte sich Kaiser (SPD): „Wir sind nicht bereit, Jügesheim-West mit Märkten zu durchziehen.“ Für den neuen Stadtteil mit 10 000 Einwohnern gebe es bisher noch nicht mal einen städtebaulichen Wettbewerb.

Quelle: op-online.de

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