Kurt Schulz beobachtet Meisenfamilien

Vogelkinder vorm Abflug

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Kurt Schulz beobachtete wochenlang, wie ein Meisenpaar seine Brut großzog. Dieses Bild gelang unserem langjährigen Leser mit einer Kompaktkamera. Vielleicht gibt"s aus der nächsten Vogelkinderstube sogar bewegte Bilder. Schulz will keine Minikamera einbauen.

Weiskirchen - 2018 ist laut Fachleuten kein gutes Meisen-Jahr. Denn die Nahrung ist knapp. Umso mehr freut sich Kurt Schulz, dass sein Garten ein wahres Vogelparadies ist, dessen Bewohner er liebevoll porträtiert.

Der kleine Piepmatz lugt ganz scheu aus dem Flugloch seines Nistkastens, dem noch leicht zerzausten Kopf folgen Oberkörper und Füße. Und soweit vors Haus gelehnt, wartet das Meisenjunge, dass seine Eltern mit einem Schnabel voller Futter heranflattern.

Kurt Schulz hat die vorsichtig-kecke Warterei in seinem Garten in der Seligenstädter Straße beobachtet und fotografiert. „Der Meisenkasten ist nur etwa zwei Meter von unserer Veranda entfernt. Die Meisen scheren sich gerade während der Futterphase nicht darum, dass nur in kurzer Distanz zwei Menschen sitzen und zu Abend essen“, erzählt er. Kurt Schulz erfreut sich schon seit Jahren an Meisen, die auf seinem Grundstück brüten.

Soviel Glück haben in diesem Frühsommer längst nicht alle Vogelfreunde, die Nistkästen aufhängen, berichtet Peter Erlemann. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes Obertshausen ist einer der versiertesten Fachleute in der Region. Er hat in den vergangenen Wochen immer wieder beobachten, wie Blau- oder Kohlmeisen Nistkästen inspizieren, aber dann kein Nest bauen. Erlemann ist sicher: Es gibt immer weniger Insekten in unserer Gegend. Keine Nahrung, keine oder nur eine schwache Brut, lautet seine ebenso einleuchtende die frustrierende Erklärung.

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Auch Kurt Schulz hat beim Säubern seines mittlerweile freien Nistkastens festgestellt, dass drei unbebrütete Eier im Nest lagen. Aber er hat zwei Jungmeisen flügge werden sehen und kann sich damit trösten, dass die erste Vogelfamilie schon wieder Nachmieter gefunden hat.

20 Meter vom Haus steht eine große Birke, deren Nistkasten ebenfalls bewohnt ist. Der ist außerhalb seines Blickfeldes, bedauert er und sinnt auf Abhilfe. Während der nächsten Brutpause will er eine Mini-Webcam im Vogelhäuschen installieren, um über WI-FI Bilder aus der Meisen-Kinderstube zu erhalten. Die sollen die Leser unserer Zeitung dann ebenfalls zu sehen bekommen. (lö)

Quelle: op-online.de

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