Jede Menge Elfer im Lebenslauf

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Gleich nach ihrer Inthronisierung durch Präsident Rudi Ott baten Prinzessin Katja und Prinz Thorsten ihre Kinder Johannes und Amelie auf die Bühne. Auch die beiden sind in der TGS-Fastnacht aktiv - als Jugendelfer beziehungsweise Gugisheimerin. Vor elf Jahren übrigens waren Katjas Bruder Peter Otto und seine Frau Nicola das Rodgau-Prinzenpaar.

Jügesheim - Ganze 45 Minuten fehlten Prinzessin Katja zum kompletten Narrenglück. Von Michael Löw

Rodgaus neue Regentin wurde zwar an einem 11.11. geboren - dem des Jahres 1971 -, doch leider erst um 11.56 Uhr und nicht wie von ihrer Mutter Liesel Otto vielleicht insgeheim erhofft um 11.11 Uhr. Ihr Prinz und Ehemann Thorsten kam zur Welt, als das 20. Jahrhundert 6x11 Jahre alt war. Die vielen Elfer im Lebenslauf waren bestimmt nicht der einzige Grund, warum das Ehepaar Schüler bis Aschermittwoch auf dem Prinzenthron sitzt.

Christopher Sattler, Chef-Choreograph der Tanzgruppe „Marionetten“, stieg als Graf Dracula aus dem Sarg und ließ die Untoten in einem fulminanten Tanz der Vampire auferstehen. Erst nach einer Zugabe durften sie zurück in ihre Grüfte.

Wer ihren ersten Auftritt am Samstagabend in der TGS-Halle verfolgte, fand noch ein paar Argumente mehr für die Kür von Katja I. und Thorsten I.: ansteckendes Lachen, natürlicher Witz, Redegewandheit, sympathische Ausstrahlung. Und bekannt sind die Schülers im Ort allemal. Der Prinz ist Chef einer Baumschule und hat schon unzählige Giesemer Gärten gestaltet. Die Fastnacht, das gab er umumwunden zu, hatte er bis dato eher passiv genossen. Prinzessin Katja ist seit ihrem 18. Geburtstag in der TGS-Karnevalsabteilung aktiv: Gugisheimer, Bachbriggeebaabambeler, Hofballett, Sängerin.
Lediglich ihr erster närrischer Weg führte in die Irre. Im zarten Alter von drei Jahren ging Klein-Katja beim Fastnachtszug verloren. TGS-Karnevalisten brachten sie zu Papa Kurt zurück.

Kaum hatten Sitzungspräsident Rudi Ott und das Prinzenpaar der Kampagne 2008/2009, Sabrina I. und Patrick I., den Schülers die Insignien ihrer Herrschaft anvertraut, da gingen sie schon in die Vollen. Draus vorm Walde, nur vier Hundehaufen von der ehemaligen Jügesheimer Post entfernt, sei die Familie daheim, beschrieb Prinz Thorsten den weiten Weg in die Kasseler Straße 40. Das stelle zwar den Pizzadienst regelmäßig vor Probleme, bedauerte die Prinzessin, die aber einen ganz entscheidenden Vorteil betonte: So weit ab vom Schuss stört die Guggemusik beim Prinzenwecken kaum jemand.

Impressionen von der Prinzengala

Prinzengala der TGS

Die Prinzenproklamation war eingebettet in ein gut dreistündiges Programm - man könnte auch sagen: ein dreistündiges gutes Programm -, das traditionell von Gugi Florian Adams eröffnet wurde. Der wusste schon, was passiert, wenn Rodgaus neuer Bürgermeister Jürgen Hoffmann im Juni 2010 seinen Amtseid mit den Worten „So wahr mir Gott helfe!“ beenden sollte. Dann klingelt sein Handy und Alois Schwab fragt: „Du hast mich gerufen?“

Seine Gedanken hatte sich der Gugi auch über die verschärften Brandschutzauflagen für die TGS-Halle gemacht. Hin und her gerissen zwischen Herz und Verstand, zwischen Gemütlichkeit und Funktionalität kam er zu dem Schluss, dass am besten gleich eine neue Halle den Traditionsverein jung hält. Zum Kampagnestart lädt die TGS seit einigen Jahren Fastnachter befreundeter Vereine ein. Damit revanchiert sie sich für die zahlreichen Besuche, die das Prinzenpaar und sein Gefolge während der kommenden Monate in fremden Hallen absolvieren. Am Samstag waren‘s Dana Jäger vom SKV Hainhausen und drei „MurXX-Brothers“ aus Ober-Roden.

Appetit auf die Fremdensitzungen im nächsten Jahr machten auch etliche Kräfte aus den eigenen Reihen: die Guggemusik, die Tanzgruppe „Marionetten“, Helga Görtz, die Prinzengarde, Frank Eser und Markus Schlaich.

Quelle: op-online.de

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