Messreihe soll Daten über Fluglärm liefern

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Die mobile Messstation steht im Garten der Gustav-Adolf-Kirche. Das Mikrofon an der Spitze des Masts nimmt den Fluglärm und die Umgebungsgeräusche auf.

Weiskirchen (eh) ‐ Argumente im Kampf gegen den Fluglärm sollen fünf Messstationen liefern, die in Rodgau, Heusenstamm, Obertshausen, Seligenstadt und Hainburg, den Lärm der überfliegenden Flugzeuge erfassen. Eine davon steht in Weiskirchen.

Hinter dem Glockenturm der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche ragt ein Teleskopmast in die Luft, an dessen Spitze sich ein kleines Windrad dreht. Der Mast gehört zu einem Autoanhänger. Zwei Kabel verschwinden in dem Aufbau. Das unscheinbare Gerät misst nicht nur Lärm, sondern auch Wetterdaten wie Windrichtung und -geschwindigkeit, Regen und Temperatur.

Die Einrichtung der fünf Stationen hat einen aktuellen Anlass: Mit der nächtlichen Testphase des neuen Anflugverfahrens „Segmented Approach“ zum Flughafen Frankfurt verschieben sich die Flugrouten. Für viele Menschen in Rodgau bedeutet das voraussichtlich mehr Fluglärm. „Die ganze Stadt ist betroffen, nicht nur Weiskirchen“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). Ein striktes Nachtflugverbot bleibe das oberste Ziel der Stadt Rodgau und ihrer Nachbarn.

Messdaten sollen Befürchtungen untermauern

Dr. Dietrich Kühner, Sachverständiger für Verkehrslärm, wertet die Messungen aus.

Eine Messreihe soll die Befürchtung nun mit Daten untermauern. Seit Anfang des Jahres sind die fünf Stationen in Betrieb. Nach sechs Wochen werden die gesammelten Daten ausgewertet. Das Gutachten des Verkehrslärm-Sachverständigen Dr. Dietrich Kühner soll den fünf Kommunen als Argumentationsgrundlage gegen die Verlegung der Flugrouten dienen. Obwohl das Mikrofon weit über dem Boden sitzt, nimmt es nicht nur Fluglärm auf. Auch der Autolärm am Knotenpunkt von Autobahn und Bundesstraße wird aufgezeichnet. Für die Berechnung müssen die Lärmarten getrennt werden. Einzelne Schallereignisse wie das sonntägliche Glockenläuten oder die Müllabfuhr werden herausgerechnet.

„Die Auswertung der Daten erfolgt auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse hinsichtlich der Belästigung der Menschen, aber auch einer möglichen Aufweckreaktion oder Kommunikationsstörung durch den Fluglärm“, teilt die Stadt mit. Die Messungen seien nicht das Ende der Analyse, sondern ein erster Baustein im Bestreben der betroffenen Kommunen, zusätzliche Belastungen von den Bürgern fern zu halten. Bürgermeister Jürgen Hoffmann kündigt an, die Messergebnisse und ihre Bewertung der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Mit dem Bericht rechne er noch im Februar.

Quelle: op-online.de

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