Metallwerkstatt als Kulturbühne

Rodgau ‐ Die Kulturinitiative „Maximal“ hat eine neue Veranstaltungshalle in Aussicht. Von Ekkehard Wolf

Ein Dreivierteljahr nach dem Auszug aus der Stettiner Straße 17 hat sich der Vorstand ein Gebäude im Altort von Nieder-Roden ausgeguckt: „eine attraktive Location mit urwüchsiger Werkstattatmosphäre“, wie er in einer Nachricht an Mitglieder und Freunde schreibt.

In der Werkstatthalle in einem Hinterhaus der Karolingerstraße befand sich bisher ein Metall verarbeitender Betrieb. Statt der Geräusche von Bohr-, Fräs- oder Schleifmaschinen sollen dort künftig musikalische Klänge zu hören sein, wenn es nach dem Wunsch der „Maximal“-Leute geht.

Jazz-Session geplant

Mit einem improvisierten Werkstattkonzert am 26. November will die Initiative die neue Halle ihren Mitgliedern und Freunden vorstellen. Gitarrist Thomas Langer hat dazu Kerstin Pfau, Joky Becker und die Band „Snarefish“ eingeladen. Außerdem ist noch eine Jazz-Session geplant.

Ob daraus ein dauerhafter neuer Veranstaltungsort wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Für die neue Nutzungsart muss die Werkstatt baurechtlich „umgewidmet“ werden, eine neue Toilettenanlage und andere Umbauten sind notwendig, behördliche Auflagen sind zu erfüllen.

Am wichtigsten ist den Verantwortlichen der Kulturinitiative ein gutes Miteinander mit der Nachbarschaft. „Wir sind natürlich auf die Akzeptanz der Anwohner und unserer Mitglieder angewiesen“, sagt Maximal-Vorsitzender Werner Kremeier. Große Probleme erwartet er nicht: „In der Stettiner Straße hat die Stadt nie eine Beschwerde bekommen, das hat immer gut funktioniert.“ Dort, in der ehemaligen Maximal-Halle, war die Kulturinitiative immerhin 18 Jahre lang aktiv.

Auch die Halle an der Karolingerstraße soll in erster Linie „Jazzclub und Kulturbühne“ sein, wie Kremeier sagt. Für ein intensiv genutztes Kulturzentrum sei der Raum zu klein: „Dort kann man vielleicht einmal pro Woche eine Veranstaltung machen.“

Maximal Konzerte

Die ehemalige Werkstatt sei etwa so groß wie der Raum in der Stettiner Straße (rund 100 Quadratmeter) mit länglichem Grundriss und stufenlosem Zugang. Glatte Wände und Glasbausteine dürften die Tontechniker beim Werkstattkonzert vor Herausforderungen stellen. Werner Kremeier: „Das wird akustisch schwer auszusteuern sein.“

Seit der Trennung vom langjährigen Vermieter, Vorstandsmitglied und Unterstützer Dieter Stein finden die „Maximal“-Konzerte an wechselnden Orten statt, unter anderem im Jugendhaus und in der Aula der Georg-Büchner-Schule. Für jede Veranstaltung fallen 30 bis 40 ehrenamtliche Arbeitsstunden an. Besonders zeitintensiv ist der Auf- und Abbau der Licht- und Tontechnik.

Quelle: op-online.de

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