Anlage in Dudenhofen

Minigolf: Ohne Gefühl trifft man nicht

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Margit und Erich Cimiotti auf ihrer Minigolfbahn an der Bleichstraße in Dudenhofen. Die Anlage bestimmt weitestgehend das Leben der beiden Rentner, die bis Ende September, beziehungsweise je nach Wetter bis zu den Herbstferien im Oktober täglich dort sind.

Dudenhofen - 18-mal muss der kleine Ball ins Loch. Klingt einfach, gelingt aber nicht immer. Das ist der Gag an dem Spiel, das große und kleine Minigolfer seit Jahrzehnten begeistert. In Dudenhofen betreibt das Ehepaar Cimiotti die Anlage als Hobby. Von Simone Weil

Den Rentnern bereitet das viel Freude, auch wenn sie immer wieder mit Zerstörungen durch Vandalen kämpfen müssen. An 18 Stationen sind die Besucher gefordert. Der Reiz liegt in den unterschiedlich schwer zu bewältigenden Bahnen. Die Aufgabenstellung aber bleibt immer gleich: Der Ball muss ins Loch. Das aber wird dem Spieler auf verschiedene Art und Weise erschwert. Mal liegt das Ziel auf einer Anhöhe, mal verengt sich die Bahn durch einen Tunnel oder Banden. Deswegen müssen manche Stationen an der Bleichstraße in Dudenhofen idealerweise mit einem Schlag bewältigt werden. „Gefühl, Erfahrung und Glück“ braucht es nach Auffassung von Erich Cimiotti, um an den Minigolfbahnen erfolgreich zu sein.

Der 73-jährige Anlagenelektriker hat sein ganzes Leben lang gearbeitet – in verschiedenen Berufen. Müßiggang ist nichts für den aus Merseburg in Sachsen-Anhalt stammenden Rentner, der seit 27 Jahren in Rodgau lebt. Deswegen war er auf der Suche nach Beschäftigung. Da kam ihm die Minigolfbahn in Dudenhofen gerade recht. Vor zwölf Jahren pachtete er die Anlage, die er als angenehmen Zeitvertreib sieht. „Vor allem bin ich immer an der frischen Luft“, sagt Cimiotti.

Wer nun glaubt, der Betreiber sei selbst ein leidenschaftlicher Minigolfspieler gewesen, der irrt. „Ich habe früher nie gespielt“, gesteht er. Doch er muss die Bahnen ausprobieren, wenn er sie instandgesetzt hat. Dann greift er selbst zum Schläger. Zu tun gibt es auch immer etwas an den etwa 50 bis 60 Jahre alten Stationen für den leidenschaftlichen Tüftler und Bastler. „Die Anlage war in einem schlimmen Zustand“, erzählt er. Derzeit tauscht er die Teppichböden auf den Spielflächen Stück für Stück aus.

Weil die Bahnen ebenerdig sind und keinerlei Stufen auf dem Gelände bewältigt werden müssen, hat sie der VdK für sich entdeckt: „Auch Behinderte können hier spielen. Denn dank eines Saugnapfs am Schläger ist es möglich, den Ball aufzuheben, ohne sich bücken zu müssen“, sagt Margit Cimiotti, die neben Organisatorischem auch für die Blumen auf der Anlage zuständig ist.

Geburtstage und andere geschlossene Veranstaltungen werden gerne auf der Minigolfbahn gefeiert. Bis zu 80 Personen haben Platz. Dann wird auch gegrillt. „Ein Zelt dürfen sich die Gäste gerne individuell schmücken“, erzählt Margit Cimiotti. Ansonsten sind es viele Familien, die kommen und zahlreiche Stammgäste, auch die Ferienspielkinder statten der Anlage Jahr für Jahr Besuch ab. Bei den günstigen Eintrittspreisen ist eine gute Stunde Minigolfspiel für zwei Euro Eintritt (Kinder und Jugendliche zahlen 1,50 Euro) ein vergleichsweise preiswertes Freizeitvergnügen. Hinzu kommen günstige Getränkepreise.

Öffnungszeiten: montags bis freitags in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr: samstags, sonntags und feiertags zwischen 14 und 19 Uhr. Letzter Einlass ist um 18 Uhr.

Ärgerlich findet es der Rentner, dass ihm vieles von Vandalen zerstört wird. Ein Drittel der bescheidenen Einkünfte steckt das Paar nämlich immer wieder in die Erhaltung und Erneuerung der Minigolfbahn. Die Anlage bleibt für sie der Lebensmittelpunkt. Eine Fahne, die täglich gehisst wird, signalisiert den Besuchern, wann geöffnet ist. Schließlich weht auch auf dem Buckingham-Palast die Fahne nur, wenn die Königin daheim ist. „Bei Erich ist’s am schönsten“, steht auf dem schwarz-rot-goldenen Banner. Aus seiner Sicht ist das ganz sicher so.

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Quelle: op-online.de

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