Seniorentag in Rodgau

Mischung aus Info-Tag und Gassenfest

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Rodgau - Die Verantwortlichen waren zufrieden: Der Seniorentag lockte trotz des schlechten Wetters viele Besucher an.

„Für das schlechte Wetter waren wir mit dem Zuspruch zufrieden“, sagte Clarissa Jäger vom Organisationsteam der Stadtverwaltung am späten Sonntagnachmittag. Seit zwei Wochen hatten die Veranstalter aufmerksam die Wettervorhersagen verfolgt.

Am Donnerstag fiel die Entscheidung ein Festzelt aufzustellen. Mitglieder des Arbeitskreises für Heimatkunde Nieder-Roden bauten es auf. In Zukunft soll das Zeltdach ein fester Bestandteil des Seniorentages werden.

Von den 300 Sitzplätzen war am Sonntag bestenfalls die Hälfte besetzt. Aber wer sich trotz des Regens aus dem Haus getraut hatte, brauchte es nicht zu bereuen: Die einzigartige Mischung aus Informationsmesse und Gassenfest bot für jeden etwas. Ein Ehepaar aus Weiskirchen war sogar mit dem Elektromobil nach Jügesheim gekommen, um sich zu informieren. Das 4000 Euro teure „Ergobil“ schafft bis zu 50 km/h, fährt aber meist im Schritttempo, um die Batterie zu schonen. Die weiteste Anreise hatten zwei Frauen aus Donja Stubica. Sie stellten das Hotel „Terme Jezercica“ der kroatischen Partnerstadt vor. Mit speziellen Angeboten stellt sich das Haus auf Senioren ein.

Wer nicht gleich überwintern will, ist vielleicht bei der TGS Jügesheim richtig. Als Ergänzung zum Reha-Sport organisiert der Verein demnächst eine Kur im Heilbad Piestany (Slowakei). Eine Informationsveranstaltung findet am 2. September um 17 Uhr in der TGS-Halle statt. Fragen dazu beantwortet Heide Klabers unter s  15576. Von den 29 Ausstellern des Tages waren viele Stammkunden seit dem ersten Mal dabei: Pflegedienste und Altenheime, aber auch Sanitätshäuser, Behörden und Vereine. Was das jährliche Kinderfest für den Nachwuchs ist, soll der Seniorentag für die älteren Semester sein.

Bilder vom Seniorentag

Seniorentag in Jügesheim

Erstmals hatte die Stadt eine Seniorin für die Moderation gewonnen. Inge Wessely (Hainhausen) führte mit lockeren Sprüchen durch das Programm. Ihr Motto: Humor ist, wenn man auch mal über sich selbst lachen kann. Comedy-Duos wie die „Schwerdtfegers“ oder das unmögliche Paar „Hiltrud und Karl-Heinz“ unterhielten die Besucher ebenso wie die Rodgauer Bauchtanzgruppe „Sakana el Lay“ und Elvis-Darsteller „Rick Mayfield“.

Für glänzende Augen sorgte einmal mehr die Rodgauer Senioren-Bigband „Teddy‘s Rebirth“ mit authentischem Nachkriegssound von Glenn Miller oder Bert Kaempfert bis zu den Beatles-Evergreens der 1960-er Jahre. Seit zehn Jahren bereichert diese Bigband die musikalische Szene in Rodgau und Umgebung. Das Jubiläumskonzert des Orchesters geht am Freitag, 8. November, um 20 Uhr in der Aula der Georg-Büchner-Schule über die Bühne.

Ausdauer bewiesen die Berater an den Informationsständen, von denen viele ehrenamtlich tätig waren. Obwohl sich am regnerischen Sonntag keine Menschenmassen drängten, hatten sie für jeden Besucher ein paar freundliche Worte bereit. So konnten Fahrradfahrer beim ADFC Rodgau ihr Zweirad mit einem persönlichen Code versehen lassen, damit es im Fall eines Diebstahls leichter zu identifizieren ist.

Die Bürgerhilfe Rodgau stellte ihr Konzept der „Hilfe auf Gegenseitigkeit“ vor. Wer selbst nicht mehr in der Lage ist, anderen zu helfen, kann die ehrenamtlichen Dienste dennoch in Anspruch nehmen, muss dann aber 2,50 Euro pro Stunde bezahlen. Der Sozialverband VdK gewann vier neue Mitglieder.

Das Hörmobil des Deutschen Schwerhörigenbundes war ein Anziehungspunkt im Rathaushof. In der schallgeschützten Kabine konnte man einen kostenlosen Hörtest machen. Während die Selbsthilfeorganisation mit Ratgeberbroschüren und einem großen Erfahrungsschatz aufwartete, boten zwei ortsansässige Hörgeräteakustiker ihre Dienste an.

Verbesserungen rasch umsetzen

Keine Angst vor dem Piks in die Fingerkuppe musste man bei der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Rodgau haben. In Sekundenschnelle ermittelte ein Gerät den aktuellen Blutzuckerwert, einen persönlichen Rat gab‘s gratis dazu. Viele Besucher verließen den Informationsstand mit der beruhigenden Auskunft, ein Typ-II-Diabetes sei derzeit nicht zu befürchten. Andere erhielten den Rat, vorsichtshalber einen Arzt aufzusuchen. Dabei vermittelten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe ihren Gesprächspartnern immer das beruhigende Gefühl, dass man mit dieser Erkrankung gut zurechtkommen kann. Bei der Volkshochschule warb die neue Kursleiterin Gabriele Andresen mit schmackhaften Kostproben für ihre Kochkurse nach dem Motto „frisch und gesund“.

Über den Seniorentag hinaus will sich die Stadt verstärkt um die Bedürfnisse älterer Menschen kümmern. Doch was wünschen und was brauchen Senioren wirklich? Antworten auf diese Frage sollte eine Umfrage liefern, an der sich Ende 2012 mehr als 2000 Einwohner über 60 Jahren beteiligten. Die Ergebnisse werden am Donnerstag, 29. August, um 19.30 Uhr im Rathaus vorgestellt. Professor Volker Beck von der Hochschule Darmstadt werde an diesem Tag auch konkrete Maßnahmen vorschlagen, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler zur Eröffnung des Seniorentages. Sein Ziel sei, Verbesserungen rasch in die Tat umzusetzen.

eh

Quelle: op-online.de

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