Mittagessen kostet 2,2 Millionen

Rodgau - (eh) Ein kostenfreies Mittagessen in den Rodgauer Kindergärten würde die Steuerzahler in Rodgau im Extremfall mit mehr als 2,2 Millionen Euro belasten.

Sozialdezernent Michael Schüßler (FDP) legte jetzt den Stadtverordneten eine Kalkulation vor, die in unterschiedlichen Ausbaustufen auf Gesamtkosten zwischen 1 058 400 und 2 261 130 Euro kommt. Das Gratis-Mittagessen ist eine Wahlkampfforderung der CDU-Bürgermeisterkandidatin Anette Schweikart-Paul, die damit den Ernährungszustand von Kindern verbessern will. Die Mehrheitskooperation im Stadtparlament (SPD, Bündnis 90/Grüne, FDP, Freie Wähler) Rathaus hat diesen CDU-Antrag bisher abgelehnt.

Eine Kinderportion Mittagessen kalkuliert die städtische Jugendabteilung mit 3,20 Euro. Bei 1 470 Kindergartenkindern sind das mehr als eine Million Euro im Jahr. Da die Küchen in den Kindertagesstätten nicht für solche Mengen ausgelegt seien, müsse ein Catering-Unternehmen gesucht werden. Bei einer Auftragssumme über 206 000 Euro sei eine europaweite Ausschreibung Pflicht.

Auch zusätzliche Betreuungskosten fließen in die Rechnung ein. Falls alle Kinder über Mittag bleiben, erfordert das 13,5 weitere Erzieherstellen mit Personalkosten von 675 000 Euro im Jahr. Bisher wird die Hälfte der Kinder um 12 Uhr abgeholt.

Freies Essen für Kleinkinder unter drei Jahre schlägt mit 102 240 Euro zu Buche, für die Hortkinder fallen zusätzlich 84 240 Euro an. Will man auch die Kinder in den Betreuungseinrichtungen der Grundschulen kostenlos verköstigen, bedeutet das einen Aufwand von 341 250 Euro.

Während andere Städte der Region nach dem jüngsten Tarifabschluss für Erzieherinnen an höhere Kindergartengebühren denken, setzt Rodgau den Weg zum kostenlosen Kindergarten fort. Von September an ist auch das vorletzte Kindergartenjahr vor der Schule kostenfrei, ab 2011 ist der Kindergartenbesuch vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung kostenlos. Nur das Essensgeld fällt dann noch an. Dies gilt nicht nur für städtische Einrichtungen: Freie Träger wie Kirchen und Elterninitiativen bekommen ihre Einnahmeausfälle von der Stadt erstattet.

Quelle: op-online.de

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