Sendemast löst Ärger aus

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Auf diesem Fundament will Mobilfunkbetreiber E-Plus einen 30 Meter hohen Sendemast errichten, um mehr Telefongespräche auf der B 45 zu ermöglichen. Rechts hinten im Bild ist die Tennisanlage des TC Blau-Weiß zu erkennen, links hinten die Festplatz-Zufahrt. 

Dudenhofen (eh) Ein geplanter Mobilfunk-Sendemast auf dem Gelände des TSV Dudenhofen hat bei Anwohnern Verunsicherung und Ärger ausgelöst. Ohne dass sie es wussten, wurde in den letzten Tagen auf dem Festplatz eine Baugrube ausgehoben und ein Fundament betoniert.

Die E-Plus-Gruppe will dort einen 30 Meter hohen Sendemast errichten.
Das gibt‘s doch gar nicht“, wundert sich Rolf-Peter Andrä aus der Forsthausstraße über die plötzliche Bautätigkeit. Für ihn wirft die Sendeanlage viele Fragen auf. Die wichtigsten: Wie hoch ist die Belastung durch elektromagnetische Felder? Wie wird sich der Sendemast auf die Grundstückspreise in der näheren Umgebung aus? „Ich will den Mast nicht abschaffen, weil ich ja auch mobil telefoniere“, sagt Andrä. Dennoch wäre er vorher gern gefragt worden: „Das Mindeste wäre gewesen, dass man die Anwohner mal anschreibt.“

Ungehalten reagiert auch die SPD-Stadtverordnete Jutta Dahinten, die direkt an der TSV-Halle wohnt. Selbst sie als Parlamentariern sei nie über das Vorhaben informiert worden. Anwohner von Sportstätten hätten genug zu ertragen. Da müsse nicht auch noch ein dauerhafter Sendebetrieb hinzukommen: „Hätten sie‘s an die Gänsbrüh gesetzt, das wäre auch nahe genug gewesen.“

Auch Vorstandsmitglieder des TSV zeigen sich überrascht. „Ich hatte gedacht, das hätte sich erledigt“, wundert sich Heiner Hillesheim. Ähnlich äußert sich seine Vorstandskollegin Heike Nenner-Paul. Im Frühjahr 2005 habe der TSV mit E-Plus einen Vertrag über einen 25-Meter-Mast geschlossen, wonach der Netzbetreiber alle (bau)rechtlichen Voraussetzungen erfüllen müsse. Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung habe man nie mehr etwas von dem Bauvorhaben gehört - bis vor wenigen Tagen. Wie viel Geld E-Plus an den Verein bezahlt, sagte Hillesheim auf Anfrage unserer Zeitung nicht. Der Betrag liege jedoch deutlich unter 5 000 Euro im Jahr.

Eine Gefährdung von Anwohnern hält Heiner Hillesheim nach Lage der Dinge für unwahrscheinlich. E-Plus habe dargelegt, dass bereits am Fuß des Sendemasts keine gesundheitliche Beeinträchtigung gegeben sei - „und die Nachbarn wohnen ja weit weg“.

Die Stadt Rodgau zieht sich auf gesetzliche Mindeststandards zurück. Auf Anfrage unserer Zeitung meldete die städtische Pressestelle: „Im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens wurde die Stadt vom Kreisbauamt beteiligt. Dem Magistrat wurde der Antrag zur Entscheidung vorgelegt. Eine öffentliche Beteiligung ist hier nicht erforderlich.“

Die Stadt hat jedoch eine Erklärung, warum es mit dem Baubeginn so lange dauerte. Der Magistrat hatte sein Einvernehmen zum Standort an der Opelstraße versagt. E-Plus verklagte den Kreis Offenbach und bekam Recht, so dass der Kreis die Baugenehmigung erteilen musste.

Daten & Fakten

- Der Mast auf dem TSV-Festplatz soll laut E-Plus-Pressesprecher Jörg Borm 30 Meter hoch werden.
-  Zunächst werden sechs Antennen für Sprachtelefonie (GSM) montiert, weitere sind möglich.
-  Die Sendeleistung beträgt 20 Watt je Kanal.
-  Der Einzugsbereich reicht einen Kilometer weit.
-  Als Sicherheitsabstand sind fünf Meter vor jeder Antenne (also in 30 Meter Höhe) vorgeschrieben.
-  Betriebsbeginn: voraussichtlich Ende 2009.
-  Daten zur Sendeanlage veröffentlicht die Bundesnetzagentur im Internet unter emf.bundesnetzagentur.de, aber erst, wenn der Sender in Betrieb ist.

Quelle: op-online.de

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