Mondkalender gibt Gärtnern Rat

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Roland Schlitt und Albert Ott orientieren sich bei der Aussaat im Garten an den Mondphasen. Aber auch alle anderen Bedingungen müssen stimmen: vom qualitativ guten Saatgut über den Bodenzustand und die Nährstoffe bis zur Bewässerung.

Hainhausen - (pul) Mit Riesenschritten naht der Frühling und mit ihm die Zeit, in der Hobbygärtner mit der Aussaat beginnen. Bedingt durch die Jahrzehnte lange Erfahrung wissen die Gartenbauer des Obst- und Gartenbauvereins Hainhausen in etwa genau, wann Blatt- und wann Wurzelpflanzen in den Boden gehören.

Darüber hinaus schlagen Albert Ott und Roland Schlitt alljährlich den optimalen Zeitpunkt der Aussaat in der Fachliteratur nach. Sie richten sich häufig nach dem Mond.

Die Wurzeln des agrarisch-lunaren Kalenders liegen in mittelalterlichen Bauernkalendern, wie beispielsweise im Hundertjährigen Kalender aus dem 17. Jahrhundert. Laut diesen Schriften beeinflussen Phasen der Zu- und Abnahme des Mondes, sein Auf- und Absteigen am Himmel, die Erdentfernung und der Stand in den Tierkreiszeichen das Pflanzenwachstum.

So soll Getreide generell nur bei abnehmendem Mond geerntet werden. Die Ackerfrucht sei dann länger lagerbar und nicht so anfällig für Käfer- und Schimmelbefall, heißt es.

Neben dem Erdtrabanten berücksichtigt ein erfahrener Gärtner wie Roland Schlitt aber auch den Bodenzustand: „Mitte März war der Boden für die Aussaat noch zu feucht.“ Außerdem ist die auf den Saatgutpackungen abgegebene Bodentemperatur einzuhalten. So lassen sich für den April schon heute Erfolg versprechende Arbeitstage im Schrebergarten vorhersagen: Für alles, was den Ertrag unterhalb der Erde bringt (Möhren, Kartoffeln oder Radieschen), bietet sich in diesem Jahr der 4. April als Saat- und Pflanzzeitpunkt an. Drei Tage später meint es der Mond besonders gut mit Blattpflanzen wie Salat und Kohl.

Und noch einen guten Ratschlag hat Albert Ott für Liebhaber selbst angebauter Erdbeeren: „Bis Ende März sind alte, faulige und verfärbte Blätter zu entfernen. Die Erdbeerpflanzen sind zu harken und mit Beerendünger zu stärken.“

Letzteres klappt auch gut ohne die Einwirkung des Mondes. So ist die Ausrichtung der Aussaat nach den Mondzyklen zwar umstritten, aber aufgrund der kürzeren Keimzeit, die Albert Ott bei Tests erzielte, stellt sie für ihn ein wichtiges Glied in der Kette zum Ernteerfolg dar. An den weiteren Komponenten des erfolgreichen Gartenbaus wie einem guten Boden, Humuszugabe (Kompost) sowie ausreichender Bewässerung ist natürlich nicht zu rütteln - auch sie müssen gegeben sein. Und letztendlich verbietet sich Knausern beim Kauf des Saatgutes. Etwas teureres, im besten Falle gar prämiertes Saatgut ist der erste Schritt hin zu größeren und gesünderen Pflanzen.

Die schönsten Früchte werden im Herbst in der großen Obst- und Gemüseschau zu sehen sein, die der Gartenbauverein jährlich ausrichtet.

Quelle: op-online.de

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