Schönheit ist nicht alles

Mr. Hessen aus Rodgau

+
Der amtierende „Mister Hessen“ wohnt in Jügesheim unweit der St.-Nikolaus-Kirche. 

Jügesheim - Er ist 29 Jahre alt, 1,87 Meter groß und trägt Bart: Florian Molzahn aus Jügesheim ist „Mister Hessen 2014“. Er hofft nicht nur auf Aufschwung für seine nebenberufliche Modelkarriere.

Molzahn will den Titel im Schönheitswettbewerb auch dazu nutzen, um die Aufmerksamkeit auf zwei medizinische Themen zu lenken. „Modeln, Fitness, Fußball“ nennt der 29-Jährige als seine Hobbys. Bei der Mister-Wahl machte er sowohl im Anzug als auch „oben ohne“ eine gute Figur. Aber körperliche Vorzüge allein seien nicht entscheidend, sagt Florian Molzahn: „Es kommt auf die Ausstrahlung an und darauf, was man zu erzählen hat.“ Bei der Bewerbung war neben Fotos und Lebenslauf auch ein Text über die persönliche Philosophie gefragt.

Zu seinem Titel kam der 29-Jährige auf einem Umweg, denn Mister-Wahlen gibt es nicht in jedem Bundesland. „Es ist immer schwierig, Veranstalter zu finden, die eine solche Wahl ausrichten“, sagt Molzahn. So wurde er zur Wahl des „Mister Mitteldeutschland“ nach Thüringen eingeladen. In Jena belegte er unter 15 Teilnehmern den dritten Platz. Sein Typ und seine Ausstrahlung überzeugten so sehr, dass ihn die Jury zum „Mister Hessen“ ernannte. Das war im November. Dass die Öffentlichkeit seither wenig Notiz davon genommen hat, erklärt der 29-Jährige so: „Wir Männer haben es etwas schwieriger als die Damen. Zur Miss Hessen kommen die Kontakte von alleine - ich muss mich selbst darum kümmern.“

Für Florian Molzahn ist das kein Problem. Er ist kontaktfreudig und geht gern auf andere Menschen zu. Das nützt ihm auch in seinem Beruf als Eventmanager. Er arbeitet bei der Firma „Drum Café“ in Dietzenbach, die teambildende Musik-Events organisiert. Wenn ein Saal voller Menschen beim gemeinsamen Trommeln den Rhythmus erlebt, dann öffnet die Begeisterung die Sinne für Geschäftsziele und andere Botschaften der Veranstalter.

„Chance was zu bewegen“

Gelernt hat er etwas ganz anderes: erst Elektroinstallateur, dann Sport- und Fitnesskaufmann. Über eine Promotion-Agentur landete er schließlich bei dem Beruf, den er jetzt ausübt. Was braucht man dafür? Molzahn: „Eine offene Art, eine innere Freundlichkeit, kreativ sollte man sein, organisatorisches Talent sollte man mitbringen. Und man muss flexibel sein, schnell reagieren, falls sich etwas ändert.“ Durch das Trommeln kam Florian Molzahn auch in Kontakt mit der Deutschen Depressionshilfe. Für den Patientenkongress in Leipzig organisierte er im vergangenen Jahr einen Musik-Event. Das Schicksal der Betroffenen berührt ihn, „da es familiär aktuell ein großes Thema ist“.

Als „Mister Hessen“ will er nicht nur auf diese oft verdrängte Krankheit aufmerksam machen, sondern noch eine zweite Selbsthilfeorganisation unterstützen. Der Verein „Fontanherzen“ kümmert sich um Familien, deren Kinder mit nur einer Herzkammer auf die Welt gekommen sind. Mehrere Operationen sind notwendig, damit diese Kinder leben können. „Als Mister Hessen habe ich die Chance, wenigstens ein bisschen was zu bewegen“, hofft der 29-Jährige. Seine Schärpe öffnet ihm so manche Türen - das hat er bereits in den letzten Wochen erfahren. Florian Molzahn saß auch mit in der Jury, die am vergangenen Wochenende Mira Heinen zur „Miss Hessen“ wählte.

Wahl zur Miss Hessen 2014

Wahl zur Miss Hessen 2014

Nebenberuflich steht Molzahn seit drei Jahren als Fotomodell vor der Kamera: „Katalogaufnahmen, Fashion, Lifestyle“, zählt er auf. Auch auf dem Laufsteg konnte man ihn sehen - mit 1,87 Metern übertrifft er die Mindestgröße um zwei Zentimeter. Als Model kann er von seinem Mister-Titel profitieren. Wer in der Szene erfolgreich sein will, braucht viele Kontakte. Hessisch spricht „Mister Hessen“ allerdings nicht. Kein Wunder: Der gebürtige Solinger lebt erst seit zwei Jahren in Hessen - und seit August mit seiner Freundin in Jügesheim.

eh

Quelle: op-online.de

Kommentare