Müllabfuhr wird drastisch teurer

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So haben sich die Müllgebühren für eine 60-Liter-Tonne seit 2000 entwickelt (blaue Linie). Die Umstellung des Abfuhrsystems im Jahr 2009 hatte zunächst einen deutlichen Kostenvorteil zur Folge, wenn man mit 13 Leerungen im Jahr auskam. Ohne diese Umstellung läge die Gebühr jetzt deutlich höher (rote Linie), allerdings bei wöchentlicher Leerung.

Rodgau ‐ Die Müllabfuhr wird zum 1. April drastisch teurer. Die Preise liegen dann aber immer noch unter dem Niveau von 2008. Beispiele: Die 60-Liter-Tonne soll bei 13 Leerungen im Jahr ab 1. April statt 80,26 dann 155,12 Euro kosten; 2008 kostete sie aber 156 Euro. Von Bernhard Pelka

Die 80-Liter-Tonne schlägt statt mit 106,34 Euro mit 183,52 Euro zu Buche, kostete 2008 aber 207,60 Euro. Bedeutet: Die Umstellung des Abfallsystems zum Januar 2009 hat vielen Bürgern ein Jahr lang massive Einsparungen gebracht - allerdings um den Preis des nun fälligen Nachschlags. Weil in der Müllgebührenkasse 877.000 Euro fehlen, „müssen wir nachsteuern“. Das sagte gestern die Erste Stadträtin Hildegard Ripper bei Vorstellung der neuen Gebührensatzung. Der Magistrat hat sie am Montag beschlossen, das Parlament muss dies in seiner Februarsitzung noch tun.

Ripper (CDU) wird von der Rathauskooperation aus SPD, Grünen, FDP und FWG wegen des Mülldefizits scharf kritisiert. Das Bündnis spricht von einem Fehlbetrag sogar von einer Million Euro und wird wegen „abenteuerlicher Fehlkalkulationen“ die Abwahl der Ersten Stadträtin beantragen.

Die Dezernentin sagte, die Abfallgebühren seien von 2000 bis 2006 stabil gewesen. Eine Preissteigerung in der Müllverbrennungsanlage habe dann aber 2007/ 2008 zum Beispiel bei der 60-Liter-Tonne zum Aufschlag von 22,20 Euro auf 156 Euro Jahresgebühr (allerdings bei wöchentlicher Leerung) geführt. Um das abzufedern, sei das Abfallwirtschaftssystem umgestellt worden auf 13 Leerungen im Jahr bei zusätzlicher und kostenloser Bereitstellung der neu eingeführten Biotonne und weiterhin in die Grundgebühr eingerechneter Sperrmüllabfuhr. Es hat sich in den letzten zwölf Monaten herausgestellt, dass viele Bürger nicht einmal diese 13 Leerungen im Jahr brauchen. Sie kommen mit weniger Leerungen aus, weil der Rest in die Biotonne oder den Sperrmüll wandert. Der Sperrmüllberg ist von 766 Tonnen 2008 auf 1.125 Tonnen 2009 gewachsen. An Biomüll fielen 2.839 Tonnen an. Das alles fehlt nun beim Restmüll in der herkömmlichen Tonne. Statt 8.438 Tonnen Restmüll im Jahr 2008 hinterließen die Rodgauer 2009 noch 4.803 Tonnen (minus 43,08 Prozent. Die Mülldezernentin: „Wenn wir nicht umgestellt und die Preissteigerung bei der Verbrennung einfach an die Bürger weitergereicht hätten, hätte die 60-Liter-Tonne im vergangenen Jahr schon 178,62 Euro gekostet.“ Ab 1. April steht sie mit 155,12 Euro in den Gebührenbescheiden. Davon wird es dieses Jahr zwei geben.

Quelle: op-online.de

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