Rodgau

„Mülldetektive“ wühlen in Biotonne

Einen Aufschrei der Entrüstung hat die Biomüllabfuhr in dieser Woche in Jügesheim ausgelöst. Viele volle Biotonnen blieben mit geöffnetem Deckel einfach stehen.

Rodgau (eh) - Den Grund erfuhren betroffene Bürger erst auf Nachfrage im Rathaus oder bei der Abfuhrfirma Remondis: Ihre grünen Tonnen enthielten Fremdstoffe, die nicht hineingehörten.

Besonders ärgerlich: Auch Bürger, die sich konsequent an den jeweils aktuellen Informationen der Stadt orientierten, wurden mit Nichtleerung bestraft. „Wir hatten gar keine Chance“, ärgert sich etwa Sabine Strobel aus Jügesheim. Sie hatte im Dezember zwei Mal im Rathaus nachgefragt, ob sie ihre Abfälle in kompostierbare Bio-Beutel aus Kartoffelstärke füllen dürfe. Die Antwort: Ja. Dass diese Beutel nicht mehr erlaubt sind, erfuhr Sabine Strobel am 23. Januar aus der Offenbach-Post. Fortan wickelte sie ihre Bio-Abfälle in Papier.

Dass sie die - zuvor erlaubten - Kompostbeutel nicht mehr aus der Tonne fischte, wird ihr nun als Versäumnis angekreidet. Die grüne Tonne wurde von oben bis unten durchgewühlt und mit offenem Deckel stehen gelassen. Später erfuhr Sabine Strobel von einem entnervten Remondis-Mitarbeiter, sie hätte ja auf die Homepage der Stadt schauen können.

Müssen Bürger jetzt ins Internet gehen, bevor sie Abfälle in die Biotonne werfen? Die Stadtverwaltung vermag keine Informationsmängel zu erkennen: Sie habe „die Bürger umfassend und mehrfach informiert“, betont sie. In der Anlaufphase des neuen Abfallsystems gebe es noch Umstellungsschwierigkeiten.

Was tun? Bürger mit nicht geleerter Biotonne haben laut Stadtverwaltung zwei Möglichkeiten: Entweder entfernen sie die „Störstoffe“ und stellen die Biotonne in zwei Wochen wieder an die Straße oder sie füllen den Inhalt in die Restmülltonne um. Keine angenehme Arbeit: Denn beim Wühlen der „Mülldetektive“ sind die eingewickelten Abfälle aus dem Zeitungspapier herausgefallen.

Quelle: op-online.de

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