Müllvermeidung wird belohnt

Rodgau (eh) ‐ Die Einwohner Rodgaus sollen auch weiterhin Meister des Mülltrennens bleiben. Dieses Ziel verfolgt der Magistrat mit einer geänderten Abfallsatzung, die am 6. Dezember im Stadtparlament zur Debatte steht.

Bereits im ersten Jahr der Umstellung (2009) hatte sich die Restmüllmenge fast halbiert. „Wir wollen das System nicht ändern, sondern stabilisieren“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) am Dienstag im Umweltausschuss. Stadtverordnete von CDU, FDP und Grünen bestätigten den Erfolg dieses Modells. „Es wird getrennt auf Teufel komm raus“, äußerte sich Heino Reckließ (FDP).

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Mit ihrem Verhalten orientieren sich viele Bürger an den Gebühren, wie Lars Neumann (CDU) erklärte: „Die Leute schauen nach dem Preis.“ Sein Parteifreund Rolf Neumayer warnte vor Auswüchsen der Sparsamkeit: „Die vorhandenen Müllgefäße reichen nicht aus, überall stehen die Deckel offen.“ Die Müllabfuhr müsse übervolle Tonnen stehen lassen, ohne sie zu leeren. Bürgermeister Hoffmann versprach, in solchen Fällen künftig durchzugreifen: „Sie können sich darauf verlassen, dass im neuen Jahr genau das passiert.“

Konkurrenzlos niedriges „Mindestbehältervolumen“

An den neuen Gebührensätzen, die der Magistrat vorschlägt, wurde im Umweltausschuss keine Kritik laut. Gegenüber früher diskutierten Zahlen ist die geplante Erhöhung noch moderat. Wäre das Stadtparlament im Februar der damaligen Vorlage gefolgt, würde die 60-Liter-Tonne mit 13 Mindestleerungen 155,12 Euro im Jahr kosten. Ende März wollte die Vierer-Kooperation die Gebühr sogar auf 195 Euro hochsetzen.

Falls die derzeitige Beschlussvorlage im Dezember eine Mehrheit findet, schlägt eine 60-Liter-Tonne bei 13 Leerungen mit 135,68 Euro zu Buche. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Bürger keine 13 Leerungen benötigen. Die 60-Liter-Tonnen werden im Durchschnitt 10,53 Mal im Jahr herausgestellt.

„Wir haben im Grunde genommen das Rechenmodell an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst“, erklärte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. So sei auch das konkurrenzlos niedrige „Mindestbehältervolumen“ von drei Litern pro Person und Woche zu Stande gekommen. Die bisherige Satzung schreibt 15 Liter als Mindestmaß vor.

Jährliche Gebühr enthält Sockelbetrag

Für Grundstücke, auf denen weniger als vier Personen leben, bietet der Magistrat eine preisgünstige Sonderegelung an. Wer allein, zu zweit oder zu dritt auf einem Grundstück lebt, kann die Mindestgebühr auf vier, sechs oder acht Leerungen herabsetzen lassen. Dazu muss der Eigentümer einen Antrag stellen. Dieser Punkt mache die Abfallsatzung vielleicht angreifbar, befürchtete Anette Schweikart-Paul (CDU): Die Oma im Einfamilienhaus werde anders behandelt als der Single in der Mietwohnung. Hoffmann sah darin jedoch kein Problem: „Wir knüpfen unsere ganze Ver- und Entsorgung an das Grundstück und nicht an den Haushalt.“ Dies treffe auch auf die Abrechnung von Wasser und Abwasser zu.

Anders als bisher legt der Magistrat nicht die prognostizierten Gesamtkosten auf die Zahl der Leerungen um. Die jährliche Gebühr enthält einen Sockelbetrag für Biomüll, Sperrmüll, Recyclinghof und Kompostierungsanlage. Ein Beispiel: Bei einer 60-Liter-Tonne entfallen 51,70 Euro auf diesen Sockelbetrag.

Die neuen Gebühren ab 2011

So sollen sich die Abfallgebühren nach dem Vorschlag des Magistrats ab 2011 verändern:

Mindestgebühr Zusatzleerung
bisher neu bisher neu
60 Liter 80,26 116,30 3,81 6,46
80 Liter 106,34 145,24 5,09 8,61
120 Liter 158,20 203,04 7,64 12,91
240 Liter 313,80 346,92 15,28 25,82
1,1 m3 1 428,93 1 442,44 70,02 118,36
5,0 m3 5 823,88 538,00

Die Grund- und Mindestgebühr enthält nur noch zehn statt 13 Leerungen. Müllvermeidung wird belohnt.

Quelle: op-online.de

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