Zirkus macht Schule

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Auch die Jongleure treten heute und morgen in glänzenden Zirkuskostümen auf. Beim Training trugen sie Alltagskleidung.

Hainhausen - Eine Woche Zirkus liegt hinter den Kindern der Münchhausenschule. Im „Projektzirkus Tausendtraum“ haben sie sich in Künstler, Clowns und Artisten verwandelt. Jetzt haben sie ihren großen Auftritt.

Am Wochenende heißt es sechs Mal „Manege frei“ - und wirklich jedes Kind ist dabei. Die Fakir-Nummer ist etwas für richtige Jungs. Bäuchlings liegt ein Viertklässler auf einem Tuch mit scharfkantigen Metallteilen. Da tut schon das Zuschauen weh. Der junge Artist verzieht keine Miene - alles eine Sache der Konzentration und der Muskelspannung. Zwei Jungs dahinter stehen in typischer Fakir-Pose mit überkreuzten Armen vor der Brust.

Nächste Nummer: Winterliche Klänge erfüllen das Zirkuszelt. Ein Schneemann zerfällt in zwei kippelige Kugeln für einen Balanceakt. In der Turnhalle trainieren unterdessen die Jongleure mit rotierenden Tellern. Die Artisten von „Tausendtraum“ sind gleichzeitig Pädagogen. Zum zweiten Mal arbeiten sie mit den Kindern der Münchhausenschule. Alle vier Jahre gibt es ein Zirkusprojekt, so steht es im Schulprogramm. Förderverein, Eltern und viele Sponsoren finanzieren die Aktion gemeinsam. Die Kinder profitieren davon mehrfach: Sie stärken Körpergefühl, Sozialverhalten und Selbstbewusstsein.

Schüler-Fakir auf scharfkantigen Metallteilen: Nur der stählerne Blick will noch nicht ganz klappen.

„Die Kinder gehen Herausforderungen danach ganz anders an“, weiß Konrektorin Friedrun Trautmann aus Erfahrung. Sie lobt den respektvollen Umgang der Artisten-Pädagogen mit den Schülern: „Da kriegt kein Kind gesagt: Du musst!“ Neben dem Training drehte sich diese Woche auch der Unterricht rund um den Zirkus: vom Buchstaben-Zaubern über Rechenkunststücke bis zu Zirkusbildern in Kunst. Das Beste: Es gab keine Hausaufgaben.

(eh)

Quelle: op-online.de

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