Musikalische Früherziehung als A und O

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Für eine 16 Jahre junge Sängerin brachte Franziska Lang überraschend große Ausdrucksstärke und ansteckende Frische.

Nieder-Roden - (chz) Zwei junge Frauen, die sich ganz der Musik verschrieben haben, sind am Mittwoch mit dem Kulturförderpreis der Stadt Rodgau ausgezeichnet worden: Carmen Lang (30) und Franziska Langer (16).

„Wir können überhaupt nicht ohne Musik sein“: Beiden Gewinnerinnen des Förderpreises für 2008 ist diese Liebe gemeinsam, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen - „was auch die Vielfalt einer Stadt wie Rodgau zeigt“, so Bürgermeister Alois Schwab in der Feierstunde im Bürgerhaus Nieder-Roden. Mit dem Förderpreis ist ein Geldbetrag von 2 200 Euro verbunden. Die „kleine Mitgift“ (Schwab) kommt beiden Preisträgerinnen je zur Hälfte zugute.

Mit Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johann Strauss bewies die Sopranistin Carmen Lang dem staunenden Publikum eindrucksvoll, wie weit sie in ihrer gesanglichen Ausbildung bereits gediehen ist.

In seiner Laudatio auf Franziska Langer fand Pastor Andreas Goetze von der Jügesheimer Emmausgemeinde warme Worte für die talentierte 16-Jährige, die ihm aus der Konfirmandengruppe, mit der Querflöte in der Band „Spirit“ und von vielen Veranstaltungen bestens bekannt ist. Er hielt ein glühendes Plädoyer für die musikalische Früherziehung, beginnend in Familien und Kindergärten, vor allem aber als Unterricht in den Schulen. In der Geschwister-Scholl-Schule und der Georg-Büchner-Schule kam Franziska Langer mit Musik in Berührung. Im GBS-Schulchor von René Frank machte sie große gesangliche Fortschritte. Die musikalische Liebe der jungen Frau gehört ganz dem Musical, für deren Intensivierung sie bereits die Aufnahmeprüfung in der renommierten Hamburger Stage School bestanden hat. Doch Franziska Langer möchte erst ihre Berufsausbildung an der Georg-Kerschensteiner-Schule Obertshausen abschließen, um eine bessere finanzielle Grundlage zu erreichen: „Denn du willst nicht nur dein Leben träumen, sondern deinen Traum leben.“ Grenzenlose Unterstützung bekommt die talentierte, sympathische und ungewöhnlich bescheidene junge Künstlerin von ihren Eltern.

Werner Seib, Vorsitzender des Männerchors Dudenhofen und der Familie Lang seit Jahrzehnten eng verbunden, brachte den vielen Zuhörern mit anschaulichen Worten die musikalische Entwicklung der 30-jährigen Sopranistin Carmen Lang nahe. „Als du geboren wurdest, sang dein Opa schon seit Jahren im Männerchor Dudenhofen und deine Eltern im Jugendchor, zudem spielte deine Mutter Akkordeon“, sprach er die Preisträgerin an. Mit sechs Jahren sang Carmen bereits im Kinderchor, ab 1995 im „Chor 84“ sowie im Kammerchor Obertshausen. Dort verstärkte sich nach einigen Soloeinlagen auch ihr Entschluss, sich zur Sängerin ausbilden zu lassen. Künstlerischer Mittelpunkt ihrer Gesangsausbildung wurde die dänische Sängerin Anne-Mette Wrangel. 2008 schaffte es Carmen Lang beim hochrangig besetzten Musikwettbewerb des Hoch‘schen Konservatoriums bei 250 Teilnehmern unter die besten 25.

Natürlich kamen beide Preisträgerinnen nicht um Kostproben ihrer musikalischen Leistungen herum. Während Franziska Langer sich mit bezaubernden Musicalmelodien in die Herzen der Zuhörer sang, präsentierte Carmen Lang - am Flügel begleitet - buchstäblich „in den höchsten Tönen“ bewegende Lieder von Mendelssohn-Bartholdy und Johann Strauss. Mit einem gemeinsamen Lied aus dem Musical „Little Women“ bewiesen sie beim stehenden Applaus des Publikums, dass auch unterschiedliche Genres sehr wohl ein harmonisches Ganzes ergeben können.

Quelle: op-online.de

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