Musikalischer Frühlingsgruß

Dudenhofen - Kaum eine Kommune im Kreis Offenbach begrüßt den Frühling so charmant und stilvoll wie Rodgau. Einen besonderen Akzent im klangvollen Reigen der vielen Frühlingskonzerte setzt die Gärtnerfamilie Fischer mit ihren Konzertabenden im Dudenhöfer Pflanzenzentrum Blumenau.

Extra für diesen wohlklingenden Anlass bauen fleißige Hände ein Gewächshaus zum schmucken Konzertsaal um. Darin lässt die betörende Blütenpracht von fast 2 000 Kamelien den kalten Winter ganz schnell vergessen. Das zieht die Massen an. Jahr für Jahr stimmen sich Hunderte Musikfreunde (sie kommen sogar aus Berlin, Hannover, Gießen) an zwei Abenden inmitten dieser farbenfrohen Blütenlandschaft zu den Klängen des Musikvereins Dudenhofen und zur schwungvoll-profunden Moderation von Heinz Karnbach auf schöne Frühlingstage ein. Doch bis dieses Wohlgefühl im ganz besonderen Ambiente aufkommen kann ist, vergehen im Pflanzenzentrum Blumenau Wochen harter Arbeit. 700 Personen sind in die Vorbereitungen eingebunden.

Vier Mann sind fast drei Wochen lang täglich mit dem Umbau des 1 000 Quadratmeter großen Gewächshauses zum Konzertsaal beschäftigt. Die Glas- und Stahlkonstruktion dient eigentlich als rustikale Produktionsstätte, an der zum Beispiel die Eintopfmaschine für Pflanzen arbeitet. Zum Konzert aber putzt sich das Gebäude so fein heraus, wie die Gäste selbst.

Die Zuhörer wollen natürlich gemütlich sitzen. Deshalb zieht ein Mitarbeiter des Gärtnereibetriebs seit Montag Heizungsrohre in die gewöhnlich nicht gewärmte Halle ein. Einen Kilometer wird er verlegt haben, wenn er fertig ist. Durch die Rohre unter der Decke, an den Wänden und unter der Bühne, fließt während der Veranstaltungen dann warmes Wasser.

Um lästige Zugluft auszusperren, hängen die Fischers große Stoffbahnen vor die Glaswände. „Natürlich dient das auch der Optik. Das sieht dann wie ein großer Bühnenvorhang aus“, erläutert Bernd Fischer. Zu viel Gärtnerei-Architektur darf natürlich nicht verhüllt werden. „Sonst geht das gewisse Extra der Umgebung verloren“, ergänzt Ralf Fischer. Auch die Bühne ist selbst gemacht und auf die speziellen Bedürfnisse der Kamelienkonzerte zugeschnitten. Auf drei Ebenen bietet das Podest den Musikerinnen und Musikern 75 Quadratmeter Platz. Handarbeit ist überdies die ausgefeilte Beleuchtung. 800 Meter Licht-Schläuche markieren zum Beispiel die Wege zum Konzertsaal, ungezählte Spots setzen während der Musikstücke Glanzlichter im wahrsten Wortsinn. Besonders stolz sind die Veranstalter auf einen künstlich angelegten und liebevoll bepflanzten Hügel. Er bildet im Saal hinter den Stühlen eine imposant blühende Kulisse.

Sogar die Bewirtung übernimmt der Familienbetrieb mit seinen Mitarbeitern selbst. Bekannte und Freunde helfen dabei, die fünf bis sechs Imbissstationen zu besetzen. Gut 30 gute Geister sind während der Konzerte für die Zuhörer unterwegs.

Nicht weniger engagiert geht das symphonische Blasorchester des Musikvereins Dudenhofen derzeit an die Vorbereitungen. Die Zahl der Proben wurde verdoppelt. Gefeilt und immer wieder verbessert wird auch im Einzeltraining der Instrumentengruppen. „Da holen wir uns Profis dazu, um das Beste herauszukitzeln“, sagt der Vereinsvorsitzende Harald Deichmann. Er weiß ganz genau: „Ein hohes Niveau zu erreichen ist relativ leicht. Unseren Qualitätsanspruch aber zu halten, ist vergleichsweise schwer.“

Quelle: op-online.de

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