Musikschule erschließt neue Zielgruppen

Rodgau - (bp) Das 25. Jahr ihres Bestehens möchte die Freie Musikschule Rodgau e.V. nicht nur angemessen feiern, sondern selbstverständlich auch zur Weiterentwicklung nutzen. Als Ziele fürs Jubiläumsjahr formuliert der Vereinsvorsitzende Uli Kratz die Erschließung neuer Zielgruppen und Bildungspartnerschaften. Die Musikschule werde spezielle Angebote für Erwachsenen und insbesondere Senioren schaffen.

Bisher gehören nur fünf Prozent dieser Klientel zum Kundenstamm der Musikschule.

Die Bilanz des Vereins kann sich sehen lassen. Die Kurse finden derzeit an 23 Unterrichtsstätten in 47 Räumen statt. Hauptsitz mit fünf Unterrichtsräumen und zwei Büros ist das von der Stadt angemietete Haus der Musik in Nieder-Roden an der Ober-Rodener Straße 47. Bis zu 55 Fachlehrer unterrichten 863 Schüler. Der Verein beschäftigt vier Festangestellte und deckt den Rest des Unterrichtspensums mit Honorarkräften ab. 2008 hat die Musikschule 45 Veranstaltungen angeboten. 1 000 Schüler waren eingebunden, es kamen 3 500 Gäste.

Die Einrichtung setzt pro Jahr mehr als eine halbe Million Euro um. Die Stadt gibt als Zuschuss 90 000 Euro. Das Land und der Kreis Offenbach stocken das auf 115 000 Euro auf. Den Rest des Budgets bilden Unterrichtsgebühren und Spenden.

Gegenwärtig plagen die Schule Raumnöte, aber Besserung ist in Sicht. Voraussichtlich ab April stehen im Erdgeschoss des Hauses der Musik 54 Quadratmeter frei, die dem DRK bisher noch als Kleiderkammer dienen.

Kontinuierlich ist die Zahl der Schüler in den vergangenen zehn Jahren gestiegen: von 597 im Jahr 1999 auf gegenwärtig 863. Inzwischen arbeitet die Schule mit 15 Kooperationspartnern (Kitas, Schulen, Vereine) zusammen. 283 Schüler beteiligen sich in 20 Gruppen zum Beispiel an Projekten wie Streicher- und Bläserklassen. Die Angebote erfassen alle Altersgruppen - von der „Musik für Babys ab drei Monate“, über Kinderkurse („Musikalische Früherziehung“), Instrumental- und Gesangsklassen bis zur Rockwerkstatt, den beliebten Lehrerkonzerten, diversen Orchestern, Bands und Musikbegegnungen beim Austausch mit dem Ausland.

Im Jubiläumsjahr stellt die Institution (wie üblich) ein breites Programm mit vielen öffentlichen und schulinternen Veranstaltungen auf die Beine. Unter dem Motto „25 Jahre fit mit Musik“ soll mit den Gästen gefeiert werden.

Zwei Veranstaltungen ragen heraus: Der Hirnforscher Dr. Manfred Spitzer wird am Freitag, 26. Juni, 20 Uhr, im Bürgerhaus Nieder-Roden auf unterhaltsame Weise neue Erkenntnisse der Hirnforschung über das Glücksgefühl Musik erläutern und zum Stellenwert musikalischer Bildung sprechen. Den großen Jubiläumsabend (Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr, in der Aula der Georg-Büchner-Schule) bereichert dann der Präsident des Deutschen Kulturrats, Dr. Max Fuchs. Nicht zu vergessen der „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 5. Juli, 14 bis 18 Uhr.

So sehr, wie sich die Musikschule in den vergangenen 25 Jahren gewandelt hat, so sehr unterscheiden sich die aktuellen instrumentalen Vorlieben der Kunden gegenüber den Favoriten zurückliegender Jahre. „Früher war die Gitarre unangefochten die Nummer eins. Heute sind es die Tasteninstrumente und da besonders das Klavier“, sagt Schulleiter Piotr Konczewski. Und die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ bringe so manchen Gesangsschüler.

Daten und Fakten

Die Freie Musikschule Rodgau geht zurück aufs Gründungsjahr 1984. Damals entsprachen examinierte Referendare der Gartenstadtschule in Nieder-Roden dem Wunsch von Eltern nach Musikunterricht für ihre Kinder auch außerhalb der Schulstunden.

Die Referendare gründeten den Verein Freie Musikschule Nieder-Roden. Daraus leitete sich dann später die Freie Musikschule Rodgau e.V. ab: 06106/13451.

Ihre erste Geschäftsstelle war an der Rathenaustraße in Jügesheim. 2002 folgte der Umzug ins Haus der Musik.

Quelle: op-online.de

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