Nach dem Brand ist Hilfe gefragt

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Magdalena Ruszkiewicz steht mit ihrem kleinen Sohn Oliver in dem verrußten Wohnzimmer. Wo soll sie mit den Kindern nun hin?

Nieder-Roden ‐ Nach dem Brand in der Silvesternacht ist eine junge Mutter mit zwei Kindern auf Hilfe angewiesen. Rauch und Ruß haben ihre Wohnung in der „Chinesischen Mauer“ unbewohnbar gemacht. Von Ekkehard Wolf

Mit traurigem Blick steht Magdalena Ruszkiewicz in den verrußten Räumen, die drei Jahre lang ihre Wohnung waren. Sie trägt ihren eineinhalbjährigen Sohn Oliver auf dem Arm. Dreck und Chaos ringsum scheinen ihn nicht zu berühren. Weder der Bobbycar in der Ecke noch der riesengroße Teddy in seinem Kinderbettchen löst ein Zeichen des Wiedererkennens bei ihm aus. Vielleicht ist es besser so. Ihren „Großen“, den fast sechsjährigen Kevin, hat Magdalena Ruszkiewicz nicht mitgebracht. Sie weiß: Der Anblick der Brandwohnung würde ihn zu sehr belasten. Kevin soll sein Kinderzimmer so in Erinnerung behalten, wie er es kannte. „Für ihn war das Wichtigste, ob seine Playstation noch funktioniert“, erzählt Magdalena Ruszkiewicz. Doch der Junge hat jetzt gar keine Spielsachen mehr.

Möbel, Küchengeräte, Spielsachen, Kleidung … alles ist mit einer giftigen, grau-schwarzen Schmiere überzogen. Die wenigen Habseligkeiten, die noch benutzbar sind, passen in zwei Reisetaschen.

Fünf Personen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung

Fürs Erste ist die allein erziehende Frau mit ihren beiden Jungs bei ihren ehemaligen Schwiegereltern untergekommen. Oma und Opa geben den Kindern Geborgenheit. Auf Dauer kann das jedoch keine Bleibe sein: Für fünf Personen ist eine Zwei-Zimmer-Wohnung zu eng.

Kopf hoch, das wird schon wieder“, hat ihr Vermieter gesagt. Aber wann? Und wie? Nach einem solchen Schock fällt es schwer, im Alltag Fuß zu fassen und mit Zuversicht nach vorne zu schauen.

Den Jahreswechsel hatte Magdalena Ruszkiewicz mit ihren beiden Kindern bei einer Freundin gefeiert. Als sie aufwachte, war es mit dem Frieden des Neujahrsmorgens vorbei. „Auf meinem Handy waren 25 Anrufe und eine SMS: In deiner Wohnung hat es gebrannt.“

Ein Bild der Zerstörung bietet der Balkon im zweiten Stockwerk: Eine Silvesterrakete hatte die hölzerne Wandverkleidung in Brand gesetzt. Auch die Klappmöbel sind verbrannt.

Eine Silvesterrakete hatte sich offenbar auf den Balkon verirrt. Die hölzerne Seitenverkleidung geriet in Brand, auch die Klappstühle fingen Feuer. Die Hitze brachte die Fensterscheibe des Wohnzimmers zum Besten, so dass sich der Rauch in der ganzen Wohnung ausbreitete. Auf dem Etagenflur vor der Wohnung ist noch Tage danach ein schwacher Brandgeruch wahrzunehmen, obwohl die Nachbarn ausgiebig lüften.
Auf 50.000 Euro beziffert die Polizei den Schaden. Vom Sozialamt im Kreishaus bekam Magdalena Ruszkiewicz gestern 300 Euro, damit sie und ihre Kinder wieder etwas anzuziehen haben.

Mitbürger aus der „China-Mauer“ zeigen Mitgefühl und Hilfsbereitschaft in einem Ausmaß, mit dem die junge Mutter nicht gerechnet hat: „Ich bekomme von vielen Leuten Hilfe angeboten, auch von solchen, von denen ich es nicht erwartet hätte. Ich bin auch dankbar dafür. Alle sagen: Wenn du etwas brauchst, melde dich.“ Aber sie zögert noch. Es ist nicht einfach, um Hilfe und Unterstützung zu bitten.

Wer helfen möchte, erreicht Fritz Brumme unter Tel.: 06106 2684507.

Die Telefonummer ist nun korrekt, uns ist leider ein Tippfehler unterlaufen.

Fritz Brumme aus Dudenhofen, bei dem Magdalena Ruszkiewicz aushilfsweise arbeitet, hat nun begonnen, Hilfe zu organisieren. Ein Elektrogeschäft schenkt der in Not geratenen Frau eine Waschmaschine, ein anderer Fachhändler einen Fernseher. Ein Wohnzimmerschrank und eine gebrauchte Schlafzimmereinrichtung sind ebenfalls zugesagt. Aber noch fehlen 1000 Kleinigkeiten. Und vor allem eine Wohnung.

Quelle: op-online.de

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