Nach Streik: Geld zurück

Rodgau - (eh) Nachdem städtische Kindergärten in den letzten Wochen mehrmals streikbedingt geschlossen waren, will die Viererkooperation im Stadtparlament den Eltern einen halben Monatsbeitrag und das anteilige Essengeld zurückzahlen. Dies fordern SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler in einem Eilantrag zur Stadtverordnetensitzung am Montag, 6. Juli.

An neun Tagen hatten Rodgauer Erzieherinnen für Gesundheitsschutz und eine angemessene Bezahlung gestreikt. Viele Kindertagesstätten boten nur Notgruppen an oder waren ganz geschlossen. Dadurch hat die Stadt rund 60 000 Euro Personalkosten eingespart Streikende erhalten kein Gehalt, sondern werden aus der Streikkasse ihrer Gewerkschaft bezahlt. Die Eltern müssen jedoch die Betreuungsgebühren weiterhin entrichten, denn die Gebührensatzung sieht keine Ausnahme vor. Die Elternbeiträge decken rund ein Viertel der Betriebskosten.

Die Stadt hat durch den Streik Geld gespart. Die Eltern dagegen wurden stark belastet. Da ist eine Geste des guten Willens und der Anerkennung am Platz, auch wenn es dafür keine Verpflichtung gibt“, sind sich die Kooperationspartner einig.

Forderungen nach einer Erstattung der Gebühren wurden im Gesamtkindergartenbeirat aus den Kitas Nordring und Turmstraße laut. Elternbeiräte anderer Einrichtungen regten an, das eingesparte Geld den Kindergärten zu geben. Stadtrat Michael Schüßler kündigte eine rasche Einigung an: „Ich will nicht täglich Briefe beantworten, in denen Eltern ihrem Unmut Luft machen.“

Besonders hart wurden Eltern von Kleinkindern unter drei Jahren vom Streik getroffen. Sie bezahlen die höchsten Beiträge und sind in der Regel wegen Erwerbstätigkeit auf eine zuverlässige Betreuung angewiesen. Notgruppen kommen nicht infrage, weil man Kleinkindern keine wechselnden Bezugspersonen zumutet.

Auch die Vertrauensleute der Gewerkschaft Ver.di sind dafür, die 60 000 Euro nicht im Haushaltsloch zu versenken. Neben einer Rückzahlung an die Eltern regt Gerhard Jost-Perizonius in einer Pressemitteilung an, „einen Teil des Geldes für zusätzliche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes für die Beschäftigten zu verwenden“. Damit könne der Magistrat zur Verbesserung der kritischen Arbeitsbedingungen beitragen.

Quelle: op-online.de

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