Nach Stromschlag: Kind wieder daheim

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An dieser Verteilerdose war das Kabel locker.

Dudenhofen (eh) - Der vierjährige Noah hat den Stromschlag vom Freitag an einer Eisdiele wohl ohne dauerhafte Schädigung des Herzens überlebt. „Wir können Gott danken, dass er sämtliche Schutzengel für Noah abgestellt hat“, sagt sein Vater Dr. Wolf Bussian.

Zwei Tage war der Junge zur Beobachtung in den Städtischen Kliniken Offenbach. Nachdem keine Herzrhythmusstörungen festgestellt wurden, durfte er nach Hause.

„Die Ärzte waren schockiert und sagen, er kann jetzt zwei Mal Geburtstag feiern“, berichtet Wolf Bussian: „Hätte ihn der Schlag in einer anderen Phase des Herzschlages getroffen, wäre er jetzt tot.“ Durch den Stromschlag hatte der Vierjährige offenbar einen Herzstillstand erlitten. Seine Mutter begann gleich eine Herzmassage und rettete ihm damit das Leben. Während die Hochschwangere ihren leblosen, verkrampften und sich blau färbenden Sohn ins Bewusstsein zurückholte, standen ihre beiden anderen Kinder (sechs und zwei Jahre) schreiend daneben.

Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, warum Noah umgekippt war. Ein Kollaps wegen eines Infekts oder ein allergischer Schock wurden zunächst vermutet. Der Rettungsdienst setzte die Erste-Hilfe-Maßnahmen fort. Dann fragte ein Rettungsassistent den Vierjährigen, was ihm passiert sei. Seine Antwort: „Die Laterne hat so weh getan.“ Dem Johanniter-Mann war klar: Der Junge hatte wohl die Lichtreklame der Eisdiele gemeint, so dass der Gedanke an einen Stromschlag nahelag.

Hand ist an der Eintrittswunde schwer verbrannt

Noah wurde an ein EKG-Gerät angeschlossen, um die Herztätigkeit zu überwachen. „Das Wochenende haben wir im Krankenhaus verbracht“, berichtet Wolf Bussian: „Sein Herz scheint in Ordnung, seine Hand ist an der Eintrittswunde schwer verbrannt.“ Die tiefe Brandwunde bereitet dem Vierjährigen auch jetzt noch Schmerzen. Die Eltern hoffen, dass im Gehirn keine schlimmen Folgen bleiben: „Er weiß alles, ist voll da, kennt seine Geschwister und kann rechnen, so gut er es eben mit vier Jahren kann“, sagt Noahs Vater.

Der Mast der Leuchtreklame und der Zaun standen unter Strom: Ingeborg Bayer kann noch nicht fassen, wie es zu dem Unfall am Freitag kam.

Nicht nur Familie, Verwandte und Freunde reagieren schockiert auf den Unfall. Auch Ingeborg Bayer, die Inhaberin der Eisdiele, ist von dem Geschehenen noch ganz mitgenommen: „Das geht mir so nach, dass ich nicht mehr richtig schlafen kann. Ich darf gar nicht daran denken, was da hätte passieren können.“ Schließlich komme es täglich vor, dass junge Eis-Esser am Metallzaun herumturnen.

Später stellte sich heraus, dass sich ein Erdungskabel gelockert hatte. Wie es dazu kommen konnte, ist für Ingeborg Bayer ein Rätsel. Die Leuchtreklame sei erst sechs Jahre alt. „Wir lassen die Elektrik am Mittwoch neu machen“, erklärt sie. Der Vorfall tue ihr unendlich leid.

Noahs Vater gibt ihr keine Schuld an dem Versagen der Technik: Da müsse wohl Einiges schief gegangen sein.

Quelle: op-online.de

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