„Nach dem Abi wollte ich erst mal weg!“

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Lioba Geppert sitzt auf gepackten Koffern. Mitte Juni startet sie zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr nach Mittelamerika.

Dudenhofen (pul) - Klausuren und Noten sind für Lioba Geppert und die übrigen Abiturienten längst Geschichte. Am 10. Juni holt sich die 19-Jährige noch ihr Zeugnis an der Claus-von-Stauffenberg-Schule, und dann wartet die große weite Welt - genauer gesagt: Mittelamerika - auf sie.

Während die meisten ihrer Mitschüler ein Studium anpeilen, absolviert Lioba Geppert ein Freiwilliges Soziales Jahr in Nicaragua. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) wurde 1964 eingeführt. Seit dieser Zeit haben sich etwa 300.000 Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren für einen freiwilligen Dienst entschieden. Tätigkeitsbereiche sind Wohlfahrtspflege, Kinder- und Jugendhilfe oder Einrichtungen der Gesundheitspflege.

„Nach dem Abitur wollte ich noch mal weg“, sagt Lioba Geppert selbstbewusst. Deshalb geht sie für ein Jahr an einer Vorschule in Masaya, Dietzenbachs Partnerstadt in Nicaragua.

Spielerisches Lernen mit Zahlen und Farben für Kinder im Vorschulalter gehört dann zu ihrem Tageswerk. Mit den Lehrern bereitet sie daneben den Unterricht für Zwei- bis Sechsjährigen vor.

Zuvor stand Uruguay auf dem Reiseplan

In dem mittelamerikanischen Land werden drei indigene Sprachen, aber auch Englisch und Spanisch gesprochen. Spanisch als Fach belegte Lioba Geppert auf der Claus-von-Stauffenberg-Schule. „Sprachen interessieren mich sehr“, sagt sie. Mit den auf der gymnasialen Oberstufe belegten Kursen Englisch, Französisch und eben Spanisch ist die 19-Jährige gut gerüstet für ihr Freiwilliges Soziales Jahr.

Nicht nur sprachlich ist sie gut vorbereitet. Erfahrungen im Umgang mit Jüngeren hat sie als Teamleiterin beim Konfirmationsunterricht in der evangelischen Kirche Dudenhofen gesammelt.

Südamerika steht schon einmal in der Vita der Dudenhöferin. 2008 ging sie als Austauschschülerin ein Jahr in Uruguay zum Unterricht und hat dabei die Einheimischen kennen und schätzen gelernt. „Die leben im hier und jetzt, nicht wie wir immer auf die Zukunft gerichtet“, sagt sie.

Unentschlossen was den späteren Job angeht

Lateinamerika lockt Lioba Geppert nicht nur mit der Offenheit der Menschen. Auch die Landschaft, vom Gebirge bis zum Ozean, zieht die frisch gebackene Abiturientin magisch an.

Aber das Jahr im Ausland will finanziert sein. Ein Großteil übernimmt „Weltwärts“, der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Einen weiteren Teil trägt die Entsendeorganisation, der „Verein für Internationale Beziehungen“ in Dietzenbach Der Rest soll durch Spender finanziert werden.

Was den späteren Beruf angeht, ist Lioba Geppert noch unentschlossen. Arbeit mit Kindern liegt ihr sehr am Herzen. Ein Studium ist aber ihr Ziel, nur das Fach lässt sie zurzeit noch offen. Übrigens: Gleichzeitig mit Lioba Geppert fliegt auch Maximilian Rebel aus Rödermark nach Nicaragua.

Quelle: op-online.de

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