Nachbessern ist nicht erlaubt

Nieder-Roden ‐ Mit Veränderungen an Fahrkarten ist nicht zu spaßen. Das musste Christian Kunitschke (22) aus Nieder-Roden erleben. Weil sein Kugelschreiber streikte, hatte er auf seiner Azubi-Wochenkarte eine Ziffer der Kundennummer nachgezogen. Ein Kontrolleur glaubte ihm nicht, nahm ihm die Wochenkarte ab und drückte ihm einen Zahlschein in die Hand: 40 Euro! Von Ekkehard Wolf

Der Auszubildende muss diese 40 Euro nicht bezahlen, denn die Deutsche Bahn gab ihm im Nachhinein Recht. „Die Prüfung ergab, dass der Fahrschein nicht manipuliert war“, berichtet Bahn-Pressesprecher Torsten Sälinger. Der junge Mann bekomme einen Gutschein im Wert von 15 Euro als Ausgleich dafür, dass er seit Donnerstag mit Einzeltickets unterwegs ist.

Die Unannehmlichkeiten sind mit 15 Euro nicht aus der Welt“, meint Andreas Kunitschke, der Vater des Betroffenen. Er ist verärgert, weil sein Sohn zu Unrecht als Betrüger hingestellt wurde. Gleich am Donnerstag wollte er sich bei der RMV-Verkaufsstelle in Dudenhofen beschweren: „Nicht zuständig.“ Die Kreisverkehrsgesellschaft in Dietzenbach schickte ihn mit der gleichen Begründung heim: Kontrollen seien Sache des jeweiligen Verkehrsträgers. Im Fall der S-Bahn sei das die Deutsche Bahn.

Bahn-Sprecher Sälinger nimmt den Kontrolleur in Schutz: „Er hat sich völlig richtig verhalten. Wenn unsere Prüfer eine auffällige Zeitkarte oder einen auffälligen Fahrschein entdecken, wird er eingezogen, damit er untersucht werden kann.“ Spezialisten nähmen diese Fahrscheine dann unter die Lupe. Es gehe immerhin um den Verdacht der Urkundenfälschung - kein Kavaliersdelikt.

Torsten Sälinger räumt ein, dass beim Übertrag der Kundennummer auf die Wertmarke immer mal ein Schreibfehler passieren könne. Sein Tipp: „Wenn man sich verschreibt, sollte man sich an die nächste Verkaufsstelle wenden.“ So eine Reaktion hätte sich Christian Kunitschke auch von dem Kontrolleur gewünscht: „Er hat mich so hingestellt, als könne ich nicht mal sieben Zahlen abschreiben.

Quelle: op-online.de

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