Nachtflugverbot ist das wichtigste Ziel

Weiskirchen ‐ Die CDU Weiskirchen unterstützt die Bürgerinitiative „Anflug mit Ruhe“. Die Heusenstammer Gruppe bietet am Freitag, 3. September, 18 Uhr, einen Info-Abend im Feuerwehrhaus an.  Von Bernhard Pelka

Das teilt die CDU-Ortsvorsitzende Anette Schweikart-Paul mit. Die Heusenstammer BI fordert die Beibehaltung des bisherigen Anflugverfahrens und ein Nachtflugverbot.

Wie berichtet, sollen mit Inbetriebnahme der neuen Landebahn auf dem Frankfurter Flughafen die nächtlichen Anflüge neu verteilt werden. Auch Rodgau - und hier insbesondere Weiskirchen - wäre betroffen. Getestet werden die Routen ab 16. Dezember.

„Nein zum Lämverteilungsplan“

Schweikart-Paul reklamiert, dass die Belastungen durch A 3, B 45 und den bestehenden Flugverkehr genug seien. Nun solle noch Krach obendrauf gepackt werden. „Weiskirchen muss Nein zu dem Lärmverteilungsplan sagen“, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU-Ortsverbandes. „Lärmreduzierung muss das Ziel sein, nicht Lärmverteilung. Es kann nicht sein, dass durch die Lärmverteilung 40 000 Bürger in Offenbach, Hanau und Mühlheim entlastet werden und dadurch 70 000 im Kreis Offenbach belastet werden“, argumentiert die Union gegen die Pläne der eigenen Landesregierung und fordert „alternative Routenführungen“.

Schweikart-Paul: „Die in der Anhörung zum Flughafenausbau getroffenen Festlegungen müssen beibehalten werden. Dies betrifft das Anflugverfahren, wie auch die Festlegungen zum Nachtflugverbot. Der Bürger muss Planungssicherheit erwarten können.“ Die CDU Weiskirchen werde alle Maßnahmen unterstützen, die das Genehmigungsverfahren zur Routenänderung beeinflussen.

„In der Nacht muss am Himmel Ruhe sein“

Auch die SPD meldet sich zu diesem Thema zu Wort. Die strikte Einhaltung des Nachtflugverbots genieße höchste Priorität. „In der Nacht muss am Himmel Ruhe sein. Schlafstörungen durch Lärm können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Deswegen werden wir keine Aushöhlung des Nachtflugverbots hinnehmen“, kündigt SPD-Vorsitzender Jürgen Kaiser an und bekräftigt damit die Position von SPD-Bürgermeister Jürgen Hoffmann. „Rodgau profitiert wirtschaftlich vom Frankfurter Flughafen. Wir sind uns bewusst, dass es die hervorragende Infrastruktur des Rhein-Main-Gebiets nicht umsonst gibt. Trotzdem müssen wir darauf achten, dass die Belastungen erträglich bleiben“, ergänzt die stellvertretende Vorsitzende Gisela Schmalenbach.

Nachtflugverbot wichtigster Baustein

Den wichtigsten Baustein für eine möglichst geringe Beeinträchtigung stelle das Nachtflugverbot dar. Ursprünglich eines der Ergebnisse des Mediationsverfahrens und parteiübergreifend Grundvoraussetzung eines Flughafenausbaus, waren beim Planfeststellungsverfahren nächtliche Flüge plötzlich wieder erlaubt. Es brauchte einen Gerichtsbeschluss, um die CDU-Regierung zu stoppen und zum Festhalten am selbst beschlossenen Nachtflugverbot zu zwingen. Tatsächlich gibt sich das CDU-geführte Hessen damit jedoch nicht zufrieden und geht gegen das Urteil in Revision.

17 Nachtflüge sollen grundsätzlich gestattet sein - verspätete Flieger und Ausnahmen nicht mitgerechnet. Für die SPD Rodgau ein „unhaltbarer Zustand“. Die Genossen begrüßen es, dass die Stadt 50 000 Euro bereitstellen möchte, um mit anderen Kreiskommunen gegen den Fluglärm vorzugehen.

Quelle: op-online.de

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