Nähen mit Bausatz Wettstreit auf Zeil

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Selber nähen für Zuhause will Meike Bambuch deutlich vereinfachen. Mit ihrer Geschäftsidee hat sie sich selbstständig gemacht.

Rodgau (pul) ‐ Nähen hat immer Konjunktur, sogar unter den jungen Frauen der heutigen Zeit. Davon ist Meike Bambuch so sehr überzeugt, dass sie sich mit einem eigens entwickelten Konzept in die kalten Fluten der Existenzgründung gestürzt hat.

„Das war immer jede Menge Rennerei“, erinnert sich die 23-Jährige an Zeiten, als sie auf der Suche nach dem richtigen Stoff und dem passenden Garn durch die Wollboutiquen gezogen ist. Denn genäht hat sie immer gerne. Der Beginn ihrer Leidenschaft liegt so weit zurück, dass sich die Studentin im Fach Kommunikationsdesign nicht mehr daran erinnern kann.

Kreative Nachwuchstalente:

Mehr Informationen gibt es auch auf der Internetseite von Meike Bambuch.

Hier geht es auf die Internetseite von René Baumann.

Es folgten im Alter von Zwölf die erste Nähmaschine und anschließend diverse Kurse. Aber die passenden Utensilien für das neue Kleid musste Meike Bambuch in den Ladengeschäften zusammensuchen. Und genau hier setzt ihre Selbstständigkeit mit dem neu gegründeten Online-Shop. Alles was Frau zum Nähen braucht, passt in einen kleinen Karton. Stoff, Schnitt, eine verständliche Anleitung sowie Garn und Zubehör. Alles aufeinander abgestimmt, alles zueinander passend: Mode zum Selbermachen.

Berliner Nähcafés als Inspiration

Die Idee mit den „Näh-Kits“ kam der Nieder-Röderin während des Praktikums in Berlin, als sie von Januar bis Mai 2010 beim Burda-Verlag ein und aus ging. „In Berlin gibt es Nähcafés“, berichtet Meike Bambuch. Die waren ihre Inspirationsquelle. Aber zur Existenzgründung gehört mehr als eine gute Idee. Sich über Steuergesetze schlau machen und bei der Industrie- und Handelskammer Gespräche suchen sowie die richtigen Seminare belegen, gehörte zum Startprogramm ihres Ein-Frau-Unternehmens. Für Neugründer mag arbeiten im stillen Kämmerlein entspannend sein, aber wer nicht wirbt, der stirbt. Und so verteilt die Jung-Unternehmerin die Broschüre zur ihrer „Kollektion 01“, hübsch verpackt mit roter Schleife.

Stolpersteine warten auch bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Denn hier lauern spezialisierte Anwälte nur darauf, Unternehmern mit fehlerhaften AGB auf deren Internet-Plattformen abzustrafen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach bietet Seminare für einen rechtlich einwandfreien Internet-Auftritt.

Kunst aus der Feinsprühpistole

Genau diese Vertriebsform hat Meike Bambuch gewählt, das Internet. Das passende Modell suchen Kunden auf ihrer Seite im World-Wide-Web aus. Bei diesem Vertriebsweg bleibt es zunächst für die Studentin. Wenn ihr auch im Hinterkopf ein eigenes kleines Nähcafé vorschwebt. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

René Baumann macht selbst aus einem WC-Deckel ein kleines Kunstwerk.

Gut im Internet vertreten ist auch René Baumann. Der Airbrushkünstler aus Jügesheim vertreibt dort  einige seiner Produkte. Das meiste davon verschönert er in seinem Studio an der Paul-Gerhardt-Straße in geduldiger Handarbeit. Motorradhelme, Autoteile, die Gehäuse von Computern - es gibt fast nichts, das der 31 Jahre alte Familienvater nicht mit kunstvollen Motiven aus der Feinsprühpistole aufwerten würde.

Auf den Wettbewerb am Montag ist er - wie Meike Bambuch - natürlich sehr gespannt. Gelernt hat der junge Mann als 16-Jähriger das Möbel- und Türtischlerhandwerk. Schon seit seinem 18. Lebensjahr arbeitet René Baumann aber mit Farbe & Co. Eine seiner Arbeiten war dem BMW-Magazin „BMW Scene live“ erst kürzlich einen Vier-Seiten-Bericht wert. Baumann hatte den 5er BMW des Rodgauers Bernd Zakel mit einer zündenden Idee optisch aufgepeppt - mit züngelnden Flammen.

Hintergrund

Meike Bambuch und René Baumann gehören zu den letzten vier Kandidaten eines Wettbewerbs für kreative Nachwuchstalente, den der Radiosender „planet radio“ veranstaltet. Tausende Hessen hatten mitgemacht, ihre Projekte vorgestellt. Der Gewinner bekommt ein eigenes Geschäft in der Zeilgalerie mitten in Frankfurt und darf in die Trendmetropole Barcelona reisen. Die vier Finalisten zeigen ab Montag, 21. Februar, in der Zeilgalerie (6. Etage), was sie können. Am 12. März wird der Gewinner gekürt.

Quelle: op-online.de

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