Närrisches Duell der Prinzenpaare

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Das Duell der Prinzenpaare aus der Rathenaustraße und dem Prinzenviertel läuft seit 63 Jahren. Und doch zählt für die Narren der Slogan „Alle für einen, einer für alle“. Auf dem Fotos: Ernst und Hannelore Gröpl, Prinzenpaar von 82/83 aus der Rathenaustraße 56 sowie Jugendprinzenpaar von 2006/07 und Anna I Bruder und Louis I Brehler aus der Theodor-Heuss-Straße.

Jügesheim (pul) ‐ Am Samstag lüftet die TGS Jügesheim das Rätsel ums aktuelle Rodgau-Prinzenpaar. Kommt es erneut aus der Rathenaustraße oder dem Viertel um die Theodor-Heuss-Straße?

In beiden Quartieren ist die Prinzenpaardichte auffallend hoch. Nicht umsonst bezeichnen Anwohner der Rathenaustraße ihre Allee seit Jahren mit stolz geschwellter Brust als Prinzen-Avenue.

Seit 63 Jahren jubelt die Giesemer Narrenschar alljährlich ihrem Prinzenpaar zu. Bestieg ein Jügesheimer in der fünften Jahreszeit den närrischen Thron, dann stand sein Zuhause häufig in der Rathenaustraße. Wer dem geballten närrischen Treiben im Nordosten Jügesheims entgegentreten will, muss schon ein ganzes Viertel aufbieten, wie die Theodor-Heuss-Straße. Diese hat zwar selbst drei komplette Prinzenpaare in die Bütt geschickt, benötigt aber dringend Unterstützung südlich des Kapellchens, um Paroli bieten zu können. Stellt sich nur die Frage, wer letztlich die Nase vorn hat und mehr Prinzenpaare auf ihren närrischen Thron schickte.

Gleich nach dem Krieg, als erstmals närrische Tollitäten von der Pferdekutsche herab der Menge zujubelten, ging die Rathenaustraße mit Prinz August Bonifer 1:0 in Führung. Das Prinzenviertel glich in der Kampagne darauf mit Willibald Englert aus der Henry-Dunant-Straße aus.

Die 3:1-Führung der Rathenauer bedingt durch Anni Eser (1953) und Margret Mark (1955 gemeinsam mit Herbert Berg), konterten noch in der gleichen Dekade Fritz Rhein sowie Luise Petry aus der Albert-Schweitzer-Straße. Lange stand die närrische Partie unentschieden. In den 70-er Jahren legten Ursula und Winfried Lohse aus der Henri-Dunant-Straße für das Prinzenviertel vor. Den Ausgleich für die Allee im Norden Giesems schafften Ernst und Hannelore Gröpl in der Kampagne 1982/83.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich ab 1992 fort

Die Treffer der Theodor-Heuss-Straße mit Gerald und Heike Brehler sowie Gerhard und Sibylle Bruder (1995) glichen Frank und Anja Eser (1994) beziehungsweise Mathias und Silke Rothe in der Nachspielzeit (2005) zum 6:6 aus.

Somit musste ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen, und dazu schickten die Kontrahenten die Jugendprinzenpaare ins Rennen. Christopher Sattler, Anna Bruder, Louis Brehler (alle Theodor-Heuss-Straße) sowie Marina Bruder aus der Kettelerstraße trafen für das Prinzenviertel.

Judith Mark, Nina und Stephanie Gröpl sowie Anna aus der Dynastie der Esers sorgten wiederum für Egalität. Da holte die Rathenaustraße das entscheidende Ass aus dem Ärmel: Mathias Rothe. Nicht nur als „Senior-Prinz“, sondern auch als Jugendlicher stand er der Narrenschar vor und sorgte so für die 11:10-Entscheidung zugunsten der Rathenauer.

Da heißt es für den Unterlegenen möglichst schnell die Mannschaftsaufstellung mit jungen Narren zu verstärken, um bei einer der nächsten Kampagnen den Gegner mit Witz und Humor auf Platz zwei zu verweisen.

Quelle: op-online.de

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