Narrenbühne der Stars und Sternchen

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Eine knallbunte Schlagerrevue präsentierten Simone Gajewski und Klaus Hoffmeister zusammen mit Heike Unbehau, Nicole Niehuesbernd und Marlies Brönner.

Jügesheim ‐ Ruck zuck war‘s halb eins, und keiner hat‘s gemerkt. Die Nacht in Hollywood, so das Motto der diesjährigen TGM SV-Fassenacht, verging wie im Flug, denn ein oscarreifer Film hat nun mal keine Längen. Von Michael Löw

Sitzungspräsident Frank Rebel und seine Elferräte ließen Sternchen, Narren und große Stars über den „Walk of Fame“ spazieren.

Apropos Stars: Die Karnevalisten aus Jügesheim-Nord hatten mit „Hausmeister Begge Peder“ (Peter Beck) und dem Mainzer Wortakrobaten Willi Steinbrech zwei Büttenprofis in ihre ausverkaufte Halle geholt und damit genau den Geschmack des Publikums getroffen.

Das Protokoll ist - um im Bild der Filmemacher zu bleiben - die Dokumentation, die sich ihren Sendeplatz gegen Blockbuster und Komödien erst einmal erkämpfen muss. Siggi Balz, Peter Gajewski und Götz Schwarz traten mit Recht zur Primetime auf, blickten auf das Geschehen in der Welt, in der Republik und im Städtchen zurück. Mit der „MSBBD“ habe auch Rodgau einen wahren Buchstaben-Krimi vom Schlage „CIS“ oder „NYPD“ produziert, zog Gajewski genüsslich über das Thema Nummer eins her: Besagte MSBBDs, also Maisstärkebeutelbiomülldetektive, haben in Grünen Tonnen herumgeschnüffelt.

Wie knapp SPD-Hoffnungsträger Jürgen Hoffmann die Bürgermeisterwahl gewonnen hat, demonstrierte das Publikum. Die Protokoller ließen die linke Reihe im Saal komplett und die rechte Reihe gut zur Hälfte aufstehen - das waren sie, die 132 Stimmen Vorsprung. Selbst in der überschaubaren Narrhalla wirkte das nicht wirklich viel.

Lena Habicht und André Haus gingen am Samstagabend erstmals gemeinsam in die Bütt und wenig liebevoll miteinander um. Die Gardetänzerin und der AH-Fußballer interpretierten den viel strapazierten Kampf der Geschlechter als originellen Streit unter Sportsleuten. Allein André Haus‘ Blitznummer als Zappel-Philipp-Tanz-Maschine war schon das halbe Eintrittsgeld wert. Geschminkte Männer, hineingezwängt in knapp bemessene Frauenkostüme, ziehen einfach immer.

Das galt einmal mehr auch für das von Jenny List in Form gebrachte Männerballett, in dem zahlreiche Elferräte ihre längst nicht immer grazilen Körper über die Bühne schweben ließen. Passend zum Motto hatte die Truppe ein Potpourri aus Hollywoods bekanntesten Tanzfilmen einstudiert.

Gardetanzabteilung ist das Herzstück der Fassenacht

Gleich zweimal innerhalb einer halben Stunde stand Andreas Kraus auf der Bühne. „DIE“ heißt das Duo, das er seit vorigem Jahr zusammen mit dem Gitarristen Andreas Held bildet. Lady Gagas „Pokerface“ wurde bei ihnen zum „Po-Gefäß“, mit dem sie die knallengen Jeans hübscher Frauen besangen. Und aus dem Musicalsong „Circles of Life“ machten sie „Gib dem Ferkel die Seif“ - eine Mahnung an alle Männer, die‘s nach dem Sport an Körperpflege missen lassen.

Solo schilderte Kraus sodann, was der schlimmste Tag im Jahresablauf eines Mannes ist. Nach üppiger Schlemmerei zu Weihnachten und Silvester beginnt am 2. Januar das gesunde Leben mit Sesamknäcke und Wasser ohne Geist.

Heike Unbehau, Klaus Hoffmeister, Simone Gajewski, Nicole Niehuesbernd und Marlies Brönner zauberten eine kunterbunte Schlagerparade auf die Bühne, bei der sie - grob geschätzt - mindestens ein Dutzend mal die Garderobe wechselten. Einer der Höhepunkte war der Wechselgesang von Heike Unbehau und Klaus Hoffmeister im Ehebett. Sie beklagte „I can get no Satisfaction“, und er schmachtete „Du träumst von der Liebe“ ins Mikro.

Ein Herzstück der TGM SV-Fassenacht ist ihre Gardetanzabteilung. Die Kleinsten, die „Dancing Ducks“, hatten ebenso ihren großen Auftritt wie die „Blue Chillz“, das Solopaar Lena Krawczyk und Luca Einloft, die Polka-Formationen „Footloose, das Schautanzduo Nicole Meusel und Lena Habicht sowie Solistin Nadine Balz.

Appetit auf die neue Veranstaltung „Best of närrisch Mussik“ am 30. Januar machten Solosängerin Maike Köhler und die „Giesemer Trottwa Lerche“ um Elferchef Frank Rebel und Andreas Held, die vor elf Jahren erstmals auf der Bühne standen.

Quelle: op-online.de

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