Natur- und Spielpark Weiskirchen

Zerstörung: Nur noch Hügel ohne Spielgeräte

Weiskirchen - Der so genannte „Natur- und Spielpark“ östlich von Weiskirchen wird abgespeckt. Die Sportvereinigung Weiskirchen (SVW) baut Spielgeräte und Sitzbänke ab. Der Verein ist es leid, die fortwährenden Zerstörungen hinzunehmen.

In den letzten zehn Jahren habe die Sportvereinigung nicht nur 60.000 Euro für Spielgeräte und Bänke ausgegeben, sondern auch viele ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Säuberung und Unterhaltung der Anlage aufgewendet, sagte SVW-Vorsitzender Albert Frühwacht kürzlich im Ortsbeirat. Der Verein wolle die Spielgeräte nicht mehr erneuern, sondern das Gelände als Naturpark erlebbar zu machen. Die SVW hat der Stadt schriftlich bestätigt: Spätestens am Freitag, 14. Dezember, sind auch die letzten Bänke und Spielgeräte weg.

Im September hatte der Ortsbeirat den Magistrat gebeten, bei der Sportvereinigung „auf Beseitigung der deutlich sichtbaren Mängel (...) hinzuwirken“. Die SPD hatte ihren Antrag damit begründet, die defekten und zerstörten Spielgeräte stellten eine Gefahr für Kinder und Jugendliche dar. Bereits vor fünf Jahren hatte der TÜV bei einer Kontrolle der Spielgeräte morsche Balken, lose Schrauben und fehlenden Sand zum Abfedern von Stürzen moniert. Die Sportvereinigung gab damals 4200 Euro aus, um die monierten Mängel zu beheben. Im Jahr 2010 kündigte der Verein an, demolierte Geräte ersatzlos zu entfernen. Den Kindern war damit nur bedingt geholfen. Im November 2011 berichtete unsere Zeitung über zwei Mädchen, die mit selbst gemalten Plakaten gegen Müll und Zerstörungen protestierten.

Seilbahn, Kletterburg und Wellenrutsche

Am 11. August 2002 hatte die Sportvereinigung ihren „Natur- und Spielpark am Missionskreuz“ mit einem Fest eröffnet. Der Verein hat das Gelände in Erbpacht gepachtet. Fast zehn Jahre Vorlaufzeit waren notwendig gewesen, um das Vorhaben zu verwirklichen. Eine Änderung des Flächennutzungsplans war die Grundlage, um einen eigenen Bebauungsplan zu erstellen. Erst danach konnte der Verein einen Bauantrag einreichen, der schließlich im Sommer 2000 genehmigt wurde. Als Architekt im Auftrag des Vereins war damals Albert Frühwacht tätig. Unter dem damaligen Vorsitzenden Helmut Jäger wurden rund 70.000 Kubikmeter Erdreich zu Hügeln aufgeschüttet und modelliert.

„Die Hügellandschaft wird mit Spielgeräten ausgestattet, wobei die Bestückung keine endgültige ist, sondern nach und nach erweitert und verbessert werden soll“, versprach die Sportvereinigung 2002. Zur Erstausstattung gehörten unter anderem eine 30 Meter lange Seilbahn, eine Kletterburg, Wellenrutsche und ein Kletter-Rondell. Noch sechs Jahre später wurden 17 Geräte gezählt. Die Seilbahn ging als erstes kaputt.

eh

Quelle: op-online.de

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