Buch: 290 Pflanzen- und Tierarten

Naturschutzbund wirbt für die Artenvielfalt

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Naturfotos von hoher Qualität enthält das Buch „Schönheiten der Natur in Rodgau“. Dieses Bild ist dort allerdings nicht abgedruckt. Der Plattbauch (Libellula depressa) ist eine einheimische Libellenart. Hans Schwarting vom Naturschutzbund bekam das Tier am Entensee vor die Linse.

Rodgau -  60 Jahre Naturschutz in Rodgau: Aus diesem Anlass hat der Naturschutzbund ein Buch herausgebracht. Es zeigt 290 ausgewähnte Naturfotos auf 116 Seiten. Der Titel ist Programm: „Schönheiten der Natur in Rodgau. “. Von Ekkehard Wolf

Das Buch ist keine Festschrift, sondern ein Werk mit Nutzwert für viele Jahre. Es ist ein Naturführer mit Fotos von der Qualität eines Bildbandes – ein Buch zum Schauen, Staunen, Lesen und Lernen. Mit einem Format DIN A 5 ist es handlich genug, um es bei Spaziergängen oder Radtouren mitzunehmen.

Die Bilder zeigen Schmetterlinge mit so klangvollen Namen wie Brauner Bär, Großer Fuchs und Waldbrettspiel. Manche Blumen, die in Rodgau blühen, klingen eher hässlich: Gewöhnliche Ochsenzunge, Sumpfziest oder Teufelsabbiss.

Fünf Naturfotografen haben die Bilder beigesteuert: Hans Schwarting, Birgit Emig, Reinhard Geppert, Andreas Pulwey und Josef Lach, der auch die Texte verfasst hat. „Wir wollen zeigen, welche herrlichen Lebewesen es in unserer unspektakulären Landschaft gibt“, sagt der Autor.

Der erste Teil des Buchs stellt verschiedene Lebensräume vor: vom Sandmagerrasen über Feuchtgebiete bis zum Bahndamm. Bildergalerien nehmen den zweiten Teil ein: Blütenpflanzen, Insekten sowie Lurche und Kriechtiere. Sie stellen nur einen kleinen Ausschnitt dessen dar, was in Rodgau kreucht und fleucht. Vögel, Fische und Säugetiere kommen zum Beispiel gar nicht vor. Dabei stellt die Vogelwelt traditionell das Spezialgebiet der Rodgauer Naturschützer dar. Ihr Verein ging aus dem Deutschen Bund für Vogelschutz hervor.

Der Naturschutzbund wolle den 60. Jahrestag nutzen, „um Interesse an der Natur zu wecken und für den Erhalt der Natur zu werben“, betont Ortsvorsitzender Josef Lach. In Rodgau gebe es noch verhältnismäßig viele Pflanzen- und Tierarten. Das dramatische Insektensterben der letzten Jahre sei jedoch „ein Umstand, der uns wachrütteln muss“. Nicht nur Bienen, sondern auch viele andere Insektenarten übernähmen die Bestäubung der Pflanzen: „Das könnte ein ökologisches Problem geben, wenn es uns nicht gelingt, die Insektenwelt wieder in Ordnung zu bringen.“

Die Vielfalt der Arten sei nicht nur aus ästhetischen Gründen wichtig, erklärt der pensionierte Lehrer, Schulleiter und Landrat. Er spricht anschaulich vom ökologischen Netz, dessen Stabilität von jeder einzelnen Masche abhängt. Mit jeder verdrängten oder ausgestorbenen Art entstehe ein Loch; je größer die Löcher, umso mehr sei die Existenz des Ganzen gefährdet.

Gartenfotos von Heike Korth aus Rodgau

„Das Buch soll zuerst durch die Bilder wirken“, betont Josef Lach. Die Textbeiträge beschränken sich jeweils auf wenige Seiten. Dabei gelingt es dem Autor, ökologische Zusammenhänge darzustellen. Ein Beispiel ist der „Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling“, ein Schmetterling, der in einer Lebensgemeinschaft mit einer Blumen- (Großer Wiesenknopf) und einer Ameisenart (Gelbrote Knotenameise) lebt. Die Blüten dienen als Schlaf- und Balzplatz sowie zur Eiablage; die Ameisen lassen die Raupen in ihren unterirdischen Nestern überwintern. Larven- und Puppenphase dauern fast ein ganzes Jahr. Der Schmetterling lebt nur zehn Tage.

Das Buch ist für zehn Euro in beiden Rodgauer Buchhandlungen erhältlich. Außerdem verkaufen es die Naturschützer bei ihrem Umweltfest am Sonntag, 10. Juni. Wer dort kein Exemplar ergattert, kann sich an den Autor wenden.

Quelle: op-online.de

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