Neue Bühne für die leisen Töne

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Drei Dezernenten an den Mischpulten (von rechts): Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Erster Stadtrat Michael Schüßler, der ehrenamtliche Stadtrat Werner Kremeier probieren unter Anleitung des Veranstaltungstechnikers Jörg Lux die Knöpfe und Regler aus.

Nieder-Roden - Kleiner Saal für 50 bis 70 Personen im Haus der Musik: Möglichkeiten vom A-cappella-Konzert bis zur Zauberei. Von Ekkehard Wolf

Im Haus der Musik hat die Stadt Rodgau eine neue Kulturbühne eingerichtet. Der Veranstaltungsraum im Hochparterre bietet Sitzplätze für 50 bis 70 Zuschauer. Drei Bühnenelemente, Scheinwerfer und eine Tonanlage mit vier Lautsprechern erlauben eine Vielfalt an Veranstaltungen. Die Möglichkeiten reichen von A wie A-cappella-Konzert bis Z wie Zauberei. „Nur Jonglieren wird hier nicht gehen“, lächelt Kulturdezernent Werner Kremeier mit Blick auf die abgehängte Decke.

Der Raum hat schon vielen Zwecken gedient, unter anderem als Gemeindebücherei, als Kleiderkammer des Roten Kreuzes und als Teil des städtischen Altarchivs.

Der Umzug des Archivs in den Keller des Bürgerhauses Dudenhofen hat dem Haus der Musik fünf zusätzliche Räume beschert. Vier davon nutzt die Freie Musikschule, in dem fünften befindet sich die neue Kleinkunstbühne.

Malerarbeiten machte die Musikschule selbst

In den vier Räumen rechts vom Haupteingang waren keine baulichen Veränderungen nötig. Die Malerarbeiten machte die Musikschule selbst. Der Umbau des Veranstaltungsraums hat die Stadt rund 26 000 Euro gekostet. Jetzt gibt es dort neue Elektroleitungen und Heizkörper, eine schallschluckende Akustikdecke, Schallschutzvorhänge sowie eine Ton- und Lichtanlage, deren Größenordnung auf den kleinen Saal abgestimmt ist. Die Stadt setzt auf energiesparende LED-Scheinwerfer, um eine übermäßige Erhitzung der Bühne zu vermeiden.

Ein unscheinbarer Seiteneingang und eine Treppe mit fünf Stufen führen zur neuen Kleinkunstbühne im Haus der Musik. Parkplatz und Außenanlage werden demnächst für 100 000 Euro neu gestaltet.

Passend zum Farbkonzept des Hauses ist die südliche Innenwand in sattem Rot gestrichen, die übrigen Wände sind weiß angelegt. Der Bodenbelag war noch so gut in Schuss, dass er weiterhin verwendbar ist. Nur an zwei Stellen muss er ausgebessert werden.

Wann die neue Kleinkunstbühne eröffnet, steht noch nicht fest. „Wir gehen vom Herbst aus“, sagte Kulturdezernent Werner Kremeier gestern vor der Presse. Bisher sei keine einzige Veranstaltung für den neuen Raum angemeldet. Bürgermeister Jürgen Hoffmann nimmt an, dass die aktive Rodgauer Kulturszene die neue Spielstätte bald erobert. Der Bedarf an Räumen sei groß: „Ein Überangebot haben wir damit nicht geschaffen.“

Geeignet für kleine, leise Veranstaltungen

„Aufgrund der Größe und der Lage bietet sich der Veranstaltungsraum für kleine, leise Veranstaltungen an“, wirbt die Stadt in einer Pressemitteilung. Als Beispiele nennt sie Gitarrenkonzerte, A-cappella-Konzerte, Stand-up-Comedy, Lesungen, Podiumsdiskussionen oder Zaubershows. Anwohner aus dem Altort hatten nach Bekanntwerden der Umbaupläne eine unzumutbare Lärmbelästigung befürchtet. Veranstaltungsbesucher, die per Auto kommen, können vor dem Haus, an der Kirche und am Bahnhof parken.

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Der städtische Fachdienst Facility Management vermietet den Raum an Interessenten. Vorerst bezahlen Nutzer nur anteilige Verbrauchskosten. Im nächsten Jahr will der Magistrat die Nutzungsgbühren für städtische Räume einheitlich auf Basis der tatsächlichen Kosten festlegen. „Das wird mit das Erste sein, was wir nach der Sommerpause anpacken“, kündigt Erster Stadtrat Michael Schüßler an. Dieses Thema werde das Stadtparlament in der Oktobersitzung beschäftigen.

Die Stadt hat in den letzten Jahren eine Viertelmillion Euro in das Haus der Musik investiert, vor allem in Dach (rund 80. 000 Euro), Fassade (75.000) und Fenster (50.000). Der Erfolg: Der Gasverbrauch für die Heizung hat sich seit 2007 halbiert, das bedeutet 4.000 Euro weniger im Jahr.

Quelle: op-online.de

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