Neue Kirche in Rollwald

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Heribert Söllner vom Kirchenverwaltungsrat der Gemeinde St. Matthias demonstriert auf diesem Foto vom Juli, wie schlecht die Fenster im alten Kirchenpavillon schließen.

Rollwald (ma) - Gespannte Erwartung herrscht in der katholischen Pfarrgemeinde St. Matthias in Nieder-Roden. Nach dem Abschluss des Architektenwettbewerbs rückt der Neubau der Heilig-Kreuz-Kirche in Rollwald nun in greifbare Nähe.

Neun Architekturbüros - vorgeschlagen sowohl von der Gemeinde als auch vom Bistum Mainz – hatten Entwürfe für das Projekt eingereicht. Die Entscheidung des Preisgerichts wird an den kommenden beiden Wochenenden der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Ausschreibung waren langwierige und schwierige Beratungen in Gemeinde und Bistum vorausgegangen. Nach zahlreichen notdürftigen Reparaturen und einer Prüfung durch das Mainzer Diözesanbauamt hatte sich die Sanierung der jahrzehntealten Kirchenpavillons bereits zur Jahrtausendwende als viel zu kostspielig erwiesen. Nach „langem, intensivem Ringen“ um das Schicksal des Kirchenstandortes Rollwald wurde schließlich zugunsten eines Neubaus entschieden. Doch erst im Januar 2011 konnte nach Beseitigung der letzten planerischen und finanztechnischen Hürden endgültig grünes Licht aus Mainz gegeben werden.

200 Quadratmeter großes, nicht unterkellertes Gebäude

Die Vorgaben für die darauf folgende Ausschreibung basierten auf der Bedarfsplanung, die vom Verwaltungsrat von St. Matthias ermittelt und beim Diözesanbauamt eingereicht worden war. Diese sah statt der beiden Pavillons ein einziges, etwa 200 Quadratmeter großes, nicht unterkellertes Gebäude vor. Es sollte aus einem Kirchenraum, Sakristei, einem kleinen Mehrzwecksaal, Foyer, Küche, Abstellraum und WCs bestehen. Der alte Glockenturm sollte erhalten bleiben.

Wie nun nach den Vorstellungen des siegreichen Architekturbüros tatsächlich gebaut werden soll, möchte Pfarrer Dr. Peter Eckstein vor der öffentlichen Präsentation nicht preisgeben. „Nur eines werde ich ausnahmsweise schon verraten: Die neue Kirche hat auch einen Glockenturm.“

Der erste Spatenstich soll möglichst schon im nächsten Jahr erfolgen. Als Obergrenze für die Gesamt-Baukosten wurden 800 000 Euro festgelegt. Davon übernimmt das Bistum Mainz drei Viertel, das letzte Viertel muss die Gemeinde beitragen. Pfarrer Dr. Eckstein ist jedoch zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Schließlich wurde ein Teil des Betrages in den zwölf Jahren seit Beginn der Baudiskussion bereits angespart. Die noch fehlende Summe könnten die Mitglieder der Pfarrei sicherlich aufbringen.

25 Prozent der Bausumme gegenüber St.-Matthias-Kirche

„Im Jahr 1896, in wesentlich ärmeren Zeiten, haben es die damals 1300 Katholiken Nieder-Rodens bewerkstelligt, die kleine, baufällige St.-Matthias-Kirche abzureißen und in ihrer jetzigen Form neu zu errichten. Da werden es 2012 die jetzt 5100 Katholiken bestimmt schaffen, 25 Prozent der Bausumme für eine Kirche wesentlich kleineren Ausmaßes zusammen zu tragen. Wir bauen ja keine Kathedrale. Vielmehr bekommen wir hier die einmalige Chance, unter optimalen Bedingungen nicht nur Solidarität mit Rollwald zu zeigen, sondern auch zu den wenigen Gemeinden zu gehören, die im 21. Jahrhundert eine neue Kirche errichten können.“

Nun gilt es, die Gemeindemitglieder bei der Vorstellung der Pläne für das anstehende Projekt zu begeistern. Die Präsentation findet am Samstag, 5. November, im Saal des Pfarrheims St. Matthias, zeitlich abgestimmt mit der Eröffnung der Buchausstellung statt. Zwischen 16 und 19 Uhr wird der Vorsitzende des Preisgerichts, Professor Johann Eisele von der Technischen Universität Darmstadt, sämtliche Pläne und Modelle ausführlich erläutern und die Entscheidung für den Siegerentwurf umfassend darlegen. Die Ausstellung der Entwürfe wird dann auch am Sonntag, 6. November, von 9 bis 18 Uhr, am Samstag, 12. November von 16 bis 19 Uhr, und Sonntag, 13. November, von 11 bis 16 Uhr geöffnet sein.

Quelle: op-online.de

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