Neue Kirche in Rollwald geplant

+
Mit großer Freude, wenn auch mit ernsten Gesichtern aufgrund der bevorstehenden Aufgabe, erläuterte der Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Matthias nach dem Festgottesdienst die ersten Ideen zum Neubau einer Kirche in Rollwald.

Rollwald - (chz) „Mit großer Freude darf ich Ihnen heute mitteilen, dass wir im Rollwald eine neue Kirche bauen werden.“ Mit diesem Satz überraschte Pfarrer Dr. Peter Eckstein seine Gemeinde am Sonntag beim Festgottesdienst im Kirchenpavillon in Rollwald.

Anschließend erläuterten die Mitglieder des Verwaltungsrates der St.-Matthias-Gemeinde die bis zu diesem Zeitpunkt unter Verschluss gehaltenen wenigen festen Eckpunkte und skizzierten die geplanten Veränderungen. Geplant sind statt der beiden derzeitigen Pavillons, die seit zehn Jahren eigentlich einer Erneuerung bedurften, ein rund 100 Quadratmeter großer Kirchenraum mit rund 80 Sitzplätzen sowie ein angeschlossener kleiner Saal mit etwa 50 Quadratmetern, dazu Sakristei, kleine Küche, Abstellraum, Foyer und behindertengerechte Toiletten. Der Plan sieht keine Unterkellerung vor, die Vorstellungen für das Dach sind noch offen und werden nach Entwürfen eines demnächst beauftragten Architekten abzuwägen sein. Der Glockenturm könnte zunächst bestehen bleiben, doch dies ist ebenso offen wie die gesamte Feinplanung.

Eine Skizze zeigt, wie das Kirchengelände künftig aussehen könnte.

In der bisherigen Planungsphase zogen Hauptamtliche, Pfarrgemeinderat und der kompetent aufgestellte Verwaltungsrat in die gleiche Richtung. Ein „Wunder“ ist die Genehmigung des Bistums, einen Großteil der Baukosten zu übernehmen, nämlich 700 000 von 900 000 Euro. 200 000 Euro muss die Gemeinde also selbst aufbringen, was großteils durch Aktionen und Spenden erreicht werden soll. „So Gott will, werden wir im übernächsten Jahr bauen können“, freute sich Pfarrer Eckstein. Er gab zu verstehen, dass die klare Botschaft von Bischof Karl Lehmann, keine Kirchen zu schließen, den Grundstein für die Bereitschaft in Mainz gelegt habe. „Wir standen vor nur zwei Alternativen: entweder den seit 1971 längst überfälligen Pavillon aus Sicherheitsgründen in absehbarer Zukunft schließen oder neu bauen.“

Der Kirchenchor vor dem Heilig-Kreuz-Pavillon, der bald der Vergangenheit angehören wird.

Eine Renovierung wurde sogar in Mainz als unrentabel abgelehnt, und eine sehr lebendige Gemeinde mit rund 1 500 katholischen Mitgliedern und zwei Gottesdiensten wöchentlich nach Nieder-Roden „umzuleiten“, gilt als unzumutbar. „Schließlich haben wir gerade hier in Rollwald, wo sich so viele Einrichtungen und Geschäfte einfach zurückziehen, auch eine soziale Verantwortung. Der Rollwald ist ein beständiger und lebendiger Teil unserer Pfarrgemeinde“, fasste Dr. Eckstein zusammen. Der Verwaltungsrat verwies auf den Neubau als Beitrag zur Stadtentwicklung, um die Identität Rollwalds zu bewahren, und mit Kirche und Gemeindesaal auch Orte der Begegnung zu schaffen. „Wenn uns die Umsetzung unserer Pläne gelingt, wird auf dem Gebiet unserer Pfarrgemeinde eine der wenigen Kirchen stehen, die im 21. Jahrhundert in unseren Breiten gebaut werden“, kündigte der Pfarrer an - und das zu einer Zeit, in der Kirchen abgerissen oder verkauft werden und eher eine Moschee als eine christliche Kirche neu gebaut wird.

Ich hab davon ja gar nichts gewusst!“, sagte eine ältere Dame mit leuchtenden Augen, als sie nach dem Gottesdienst aus dem Pavillon in die strahlende Sonne des Rollwaldfests hinaustrat. Berührt war aber auch Pfarrer Dr. Peter Eckstein, der gestand: „Ich habe selten weiche Knie, aber vor der Verkündung heute hatte ich sie.“

Quelle: op-online.de

Kommentare