Fortschritte beim Bau

Neue Kirche in Rollwald wächst

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Wie ein Haus mit spitzem Giebel wirkt die neue Rollwaldkirche. Links im Bild: der Durchgang zum Foyer des Gemeindesaals.

Rollwald - Der Bau der Rollwaldkirche geht zügig voran. Der Kostenrahmen von 800.000 Euro wird eingehalten. Bereits im Februar soll die neue Kirche fertig sein. Zur Einweihung am 25. Mai hat sich Kardinal Karl Lehmann angesagt.

Die Fenster sind eingesetzt, die Elektroleitungen gelegt, in den letzten Tagen wurde die Gasheizung installiert. „Am Montag werden wir anfangen, das Gebäude aufzuheizen“, kündigt Heribert Söllner an. Der frühere Bauamtsleiter der Stadt Rodgau kümmert sich als Obmann des Verwaltungsrats der Pfarrei St. Matthias darum, dass beim Bau alles glatt läuft. Das sei an manchen Tagen beinahe ein Vollzeitjob, berichtet Pfarrer Dr. Peter Eckstein: „Leute fragen ihn schon: Was kriegst du denn dafür? Und manche wundern sich, dass er es ehrenamtlich tut.“ Mindestens ebenso wichtig für das Gelingen ist Architekt Uwe Kollmenter, der auch die Bauüberwachung übernommen hat. „Für uns ist er wie ein Lottogewinn“, lobt Söllner. „Wo passiert es schon, dass man samstags nachmittags auf die Baustelle kommt und der Architekt ist da und macht die Fenster auf?“ Bei der Rollwaldkirche ist so etwas normal. Das Fensteröffnen war notwendig, damit der Estrich besser trocknet.

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Einmal pro Woche treffen sich die beiden Bauleiter zum „Jour fixe“ - mal auf der Baustelle und mal im Architekturbüro, nur 400 Meter Luftlinie entfernt. Das Büro Kollmenter und Fink hatte im Architektenwettbewerb den dritten Platz belegt und dennoch den Auftrag erhalten. Der Verwaltungsrat habe sich nicht wegen der räumlichen Nähe für das ortsansässige Büro entschieden, betont Heribert Söllner: „Die Idee der Hauskirche hat uns überzeugt.“ Die äußere Form der Kirche mit ihrem steilen Dach erinnert an die ersten Siedlungshäuser, die Anfang der 50-er Jahre am Mühlfeldchen und an der Taunusstraße errichtet wurden. Doch das Gotteshaus wird nicht Stein auf Stein gebaut, sondern besteht aus heute üblichen Materialien. Tragende Teile sind aus Beton, die Fassade wird an der Giebelseite mit Cortenstahl verblendet. Die Bleiglas-Fenster der alten Heilig-Kreuz-Kirche sollen allerdings auch die neue Kirche schmücken.

Spende auf der Baustelle (von links): die Verwaltungsräte Bernhard Koser und Stefan Rebmann, Architekt Uwe Kollmenter, Sparkassendirektor Manfred Neßler, Elke Plößer vom Verwaltungsrat, Pfarrer Dr. Peter Eckstein, Heribert Söllner, Sparkassen-Marktbereichsdirektor Hans-Peter Schmücker.

Der Kirchenraum bietet Platz für 100 Gläubige. Der Altar wird vorgezogen und rückt in die Mitte der Gemeinde. Eine kleine Empore bietet Platz für eine Orgel. Nachdem die Pfarrei die ererbte kleine Pfeifenorgel per Internet nach Brasilien verkauft hat, plant sie nun die Anschaffung eines elektronischen Instruments. „Die Diözese hat ihre Zustimmung signalisiert“, berichtet Bernhard Koser vom Verwaltungsrat. An die Kirche schließt sich ein kleiner Gemeindesaal an. Noch wirkt beides zusammen wie ein großzügiger Raum. Nächstes Jahr wird dort eine bewegliche Trennwand stehen, die zu den großen Festgottesdiensten an Ostern und Weihnachten geöffnet werden kann. Dann vergrößert sich der Sakralraum auf bis zu 160 Sitzplätze. Ob Jugendgruppe oder Seniorentreff: Der Gemeindesaal bietet bis zu 60 Personen Platz. Die Pfarrgemeinde will zehn Tische mit jeweils sechs Stühlen kaufen. Das Geld dafür kommt von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Dieburg. Sparkassendirektor Manfred Neßler überreichte am Donnerstag 10.000 Euro an Pfarrer Dr. Peter Eckstein: ein „herausragender Betrag“ unter den rund 550 000 Euro, welche die Stiftung in diesem Jahr ausschüttet. Wenn Tische und Stühle bezahlt sind, dürfte sogar noch etwas Geld für die Kücheneinrichtung übrig bleiben.

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Sparsamkeit und Augenmaß beweist die katholische Pfarrgemeinde St. Matthias auch bei den Baukosten. „Wir können den Kostenrahmen einhalten“, betont der Pfarrer auch im Hinblick auf die Vorgänge um den Bischofssitz in Limburg. Allein durch die Ausnutzung von Skonti habe die Pfarrei mehr als 12 000 Euro gespart. Verwaltungsrat Heribert Söllner berichtet von einem strengen Kostenmanagement während der Bauphase: „Was wir nicht unbedingt brauchen, fliegt raus.“ Als Beispiel nennt er eine geplante Tür am Fuß der Wendeltreppe zur Empore. Ein dickes Seil als Absperrung reiche auch: 2 500 Euro gespart. Die Heilig-Kreuz-Kirche in Rollwald ist der erste Kirchen-Neubau im Bistum Mainz seit mehr als 20 Jahren. Ein Viertel der Baukosten, 200 000 Euro, muss die Gemeinde als Eigenanteil selbst aufbringen. 160 000 Euro davon habe sie aus Spenden und Eigenmitteln bereits zusammengetragen, sagt Pfarrer Dr. Peter Eckstein: „Wir haben Grund zur Hoffnung, dass uns die Nieder-Röder und Rollwälder auf der Zielgeraden nicht allein lassen.“

(eh)

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Quelle: op-online.de

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