Neue Spitze vor großen Aufgaben

+
Ronny Voland (vordere Reihe, 3. von links) ist seit Freitagabend neuer Vorsitzender der TGS Jügesheim. Floreal Pedrazo (2. von links) ist sein Stellvertreter, Stefano Uslenghi (hintere Reihe, 2. von rechts) ist für die Finanzen verantwortlich. Der fast komplett neuen Führung gehören außerdem Wolfgang Fisch, Maria Bonifer, Boris Jost, Sabine Sturzenegger, Christoph Hein, Peter Stenzel und Sebastian Roßkopf an.

Jügesheim (lö) - Ronny Voland, Floreal Pedrazo und Stefano Uslenghi treten das Erbe von Jürgen Follmann, Peter Döbert und Lothar Mark an.

Wieder Ruhe und Geschlossenheit in den Verein bringen, die Geschäftsstelle stärken, die immens große Turnabteilung umstrukturieren, das Hallenproblem lösen, die Zusammenarbeit mit TGM SV ausbauen: Diese Ziele hat sich - in dieser Reihenfolge - die neue Spitze der TGS Jügesheim gesetzt.

Die bisherige Führung trat wie angekündigt bei der Hauptversammlung am Freitagabend nicht mehr an, nachdem die von ihr vorangetriebene Fusion mit TGM SV vor drei Wochen die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit verfehlt hatte.

Die Versammlung ging überraschend harmonisch über die Bühne. Die Kritiker der Reizthemen Fusion, Hallenneubau und straffer Vereinsführung hielten sich wie in den vergangenen Wochen bedeckt.

Turnhalle sorgte für Diskussionen

Lediglich Chef-Karnevalist Rudi Ott kritisierte den letzten Beschluss des alten Vorstandes, nicht länger persönlich für die hochgradig sanierungsbedürftige Turnhalle zu haften und sie ab sofort für Veranstaltungen ab 200 Personen zu sperren. Michael Lindner forderte, die Turnabteilung in ihrer bisherigen Form zu erhalten. Revisor Herbert Rettner befürchtete, dass die von Voland angestrebte Stärkung der Geschäftsstelle auf einen teuer bezahlten Vereinsmanager hinausläuft, der jedes der mehr als 2 000 Mitglieder zwei bis drei Euro im Monat koste. Karin Eckert (Leichtathletikabteilung) scheiterte mit ihrer Forderung nach geheimer Wahl des Vorstandes.

Die kritischsten Worte zum alten Vorstand kamen letztlich vom alten Vorstand. „Wir wissen, dass wir nicht unumstritten waren“, räumte Follmann ein und war sicher, „es nicht immer jedem Recht gemacht zu haben“.

Die letzten Rechenschaftsberichte verdeutlichten indes, was die TGS dem Trio Follmann/Döbert/Mark in den vergangenen Jahren zu verdanken hat. Mit 2 105 Mitgliedern am 30. April ist sie nicht nur einer der großen Vereine im Kreis, sondern auch einer der wenigen mit steigenden Mitgliederzahlen. Der Hessische Zukunftspreis, 18000 Euro aus einem EU-Projekt zum lebenslangen Lernen und diverse „Sterne der Sports“, darunter den goldenen aus den Händen von Bundespräsident Christian Wulff, zeigten „einen Stellenwert, der seinesgleichen sucht“ (Follmann).

Follmann kämpfte gegen Tränen an

Konsequenz: 265 Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen und nicht eine Nein-Stimme bei der Entlastung des Vorstands, minutenlanger Beifall einer geschlossen aufgestandenen Versammlung, als Follmann am Ende seiner persönlichen Abschiedsworte gegen die Tränen kämpfte und um Vertrauen für Ronny Voland und seine Mannschaft warb.

Der 37-Jährige ging offensiv mit seinem seiner Ansicht nach größten Manko um: „Ich bin nicht als der Lothar-Mark-Schwiegersohn geschickt worden!“ Er sehe sich als typischer Vertreter jener Mitglieder, die für sich und ihre Familie das TGS-Angebot nutzen und wolle deshalb Verantwortung tragen.

216 Mitglieder stimmten für den neuen Vorsitzenden, 13 gegen ihn, 43 enthielten sich. Auch Volands Stellvertreter, der Fußballer Floreal Pedrazo, erhielt 216 Ja-Stimmen, für den neuen Finanz-Chef Uslenghi votierten 219 TGS-Mitglieder. Die übrige Mannschaft erzielte mit 253 Ja-Stimmen en bloc das beste Ergebnis.

Quelle: op-online.de

Kommentare