Stadtwerke rüsten in vier Stadtteilen auf LED-Technik um

Neue Straßenlaternen leuchten heller

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Die ersten 56 Leuchtköpfe mit LED-Licht hat Alexander Kirchner von der Stadtwerke Rodgau Energie GmbH in Jügesheim montiert. Das Foto zeigt ihn auf dem Hubsteiger an der Ecke Paul-Hindemith-Ring / Lange Straße.

Rodgau - Auf den Straßen wird es heller. Die Stadt lässt mehr als 1000 Straßenlaternen mit LED-Leuchtköpfen ausstatten. Das Geld dafür kommt aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP): rund 900.000 Euro. Die ersten 56 LED-Leuchten sind schon in Betrieb.

Die Lange Straße und die Bertolt-Brecht-Straße in Jügesheim wurden als erste umgerüstet. Die neuen Leuchten haben viele Vorteile: Sie wirken heller, verbrauchen weniger Strom, sind viele Jahre lang haltbar und lenken das Licht nur noch dorthin, wo es gebraucht wird – nämlich auf Gehweg und Straße. Früher leuchteten Straßenlaternen oft ungewollt in die Schlafzimmer der Anwohner hinein. Damit ist es künftig vorbei. Linsen lenken das Licht gezielt an die gewünschte Stelle. Das vermeidet die sogenannte Lichtverschmutzung durch unerwünschtes Streulicht. Für Lichtplanung und -montage sorgt eine Tochterfirma der Stadtwerke. Die Planung ist Aufgabe von Tobias Ritter, der als Bachelor of Engineering über das nötige Wissen und einschlägige Berufserfahrung verfügt. Je nach dem Verkehrsaufkommen wird jede Straße in unterschiedliche Beleuchtungsklassen eingeteilt. Mit einem dreidimensionalen Computermodell berechnet man die Lichtführung und ermittelt die dafür notwendigen Leuchtmittel.

Die LED-Leuchten passen an die herkömmlichen Masten. Dadurch erspart man sich kostspielige Bauarbeiten. Die Lange Straße ist in drei Beleuchtungsklassen eingeteilt. Deshalb wurden dort Leuchten mit Leistungen von 19, 26 und 38 Watt verbaut. Sie enthalten 16 oder 24 Leuchtdioden (LEDs) unterschiedlicher Helligkeit. „Sieben verschiedene Linsenoptiken können eingesetzt werden“, sagt Tobias Ritter. An welchen Kriterien sich die Beleuchtungsklassen orientieren, erklären die Stadtwerke an einem Beispiel: Die Klasse ME 5 gilt für Straßen mit weniger als 7 000 Fahrzeugen pro Tag und niedrigem Radfahrer-Verkehrsaufkommen, auf denen das Parken erlaubt ist und es weniger als drei Kreuzungen und keine bauliche Verkehrsberuhigung gibt.

Als Monteur ist Alexander Kirchner mit dem Hubsteiger unterwegs. Um eine Straßenlaterne umzurüsten, braucht er im günstigsten Fall eine halbe Stunde. Aber nicht immer geht alles glatt. Manche Stellen muss er mehrmals anfahren, bis sich eine Parklücke ergibt, in der er den Hubsteiger platzieren kann. Dazu kommt, dass die Straßenlaternen unterschiedlich alt sind. Ältere Modelle machen mehr Arbeit. Genau 1056 Straßenlaternen lässt die Stadt 2017 und 2018 von Quecksilberdampflampen (HQL) auf LED umrüsten. Die Aktion beschränkt sich auf die vier Stadtteile von Weiskirchen bis Dudenhofen. Die orangegelben NAV-Leuchten werden erst später ausgetauscht – wann, steht noch nicht fest.

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Für die Umrüstung stehen rund 900.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) bereit. Die Stadt rechnet damit, dass sich diese Kosten durch den geringeren Stromverbrauch in neun Jahren amortisiert haben. Die LED-Leuchten versprechen eine Haltbarkeit von 100.000 Betriebsstunden, also etwa 25 Jahren. Allein an der Langen Straße rechnet die Stadt mit einer jährlichen Einsparung von 4 700 Euro. Die neuen Leuchten (mit Nachtabsenkung) verbrauchen nur noch 6 300 Kilowattstunden pro Jahr. Das ist weniger als ein Fünftel dessen, was die HQL-Leuchten geschluckt haben. (eh)

Quelle: op-online.de

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