HSG und Stadt investieren eine halbe Million Euro in die Sporthalle Wiesbadener Straße

Neue Tribüne für die Handballfans

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Mit vereinten Kräften bauten Handballer die alte Tribüne ab und verfrachteten die Teile in Abfallcontainer.

Nieder-Roden - Der Umbau der Sporthalle Wiesbadener Straße geht planmäßig voran. Der Anbau ans Foyer hat jetzt ein Dach, die neue Zuschauertribüne wurde in den letzten Tagen aufgebaut. Die Halle ist noch bis morgen für den Sportbetrieb gesperrt. Von Ekkehard Wolf 

Bei der Demontage der alten Tribüne packten die „Baggerseepiraten“ mit an. Zwei Tage lang ackerten jeweils rund 30 HSG-Handballer aller Altersklassen. Bei schweißtreibenden Temperaturen machten sie Kleinholz und Altmetall aus der gut 40 Jahre alten Tribüne. Das war Akkordarbeit. Unter der fachmännischen Anleitung von Paul und Günter Keller sägten und hämmerten die Helfer die Tribünensegmente kurz und klein. Nach zwei anstrengenden Arbeitstagen waren drei Container voll.

Vergangene Woche begann eine Fachfirma aus Bayern mit dem Aufbau der neuen Zuschauertribüne. Die notwendigen Elektroanschlüsse wurden bereits vorab gelegt. Die neue Tribüne lässt sich elektrisch ausfahren. Das ist Vorschrift. Die Hausmeister werden‘s danken. Bisher war das Aus- und Einfahren der Tribünenreihen nämlich Schwerarbeit. Man musste einen Eisenhaken unter die letzte Stufe legen, sie hochbocken und dann vorziehen oder zurückschieben.

Die Firma Kaiser GmbH aus Moosbach (Bayern) hat sich auf den Bau von Teleskoptribünen spezialisiert. „Wir sind seit 27 Jahren auf dem Markt und die Tribünen, die wir damals eingebaut haben, laufen nach wie vor“, sagt Martin Kaiser, einer der Inhaber.

Jede der beiden Tribünen wiegt zwischen sechs und sieben Tonnen. „Unser System ist ziemlich bodenschonend“, sagt Martin Kaiser. Die Rollen sind auf starken Federn gelagert. Durch das Gewicht der Zuschauer senkt sich das Gestell und liegt großflächig auf, sodass sich der Druck verteilt.

Die HSG hat sich für eine zweckmäßige Ausstattung entschieden: Die Sitzbänke sind aus Buche-Multiplexplatten, die Laufflächen aus wasser- und rutschfesten Siebdruckplatten.

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Für den Aufbau der Tribüne braucht die Fachfirma vier Tage. Vorsichtshalber sind aber knapp zwei Wochen eingeplant. Deshalb ist die Sporthalle bis einschließlich Mittwoch, 14. Juni, gesperrt. Dann kommt Fronleichnam und der Freitag danach ist als Brückentag schulfrei. „Wie wollten die Belastung der anderen Nutzer möglichst gering halten“, sagt HSG-Pressesprecher René Marzo.

Mit der neuen Tribüne geht ein großer Wunsch der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Rodgau und ihrer Fans in Erfüllung. Bei den Heimspielen können ab der nächsten Saison ein Drittel mehr Leute zusehen. Die offizielle Zahl der Tribünenplätze steigt von 438 auf 584. Damit hofft der Drittligist alle Besucher unterbringen zu können. Künftig gibt es acht statt sechs Sitzreihen. Die vorderen Zuschauer sitzen also näher am Spielfeldrand.

Ein Anbau an die Sporthalle schafft mehr Platz für Bewirtung und WC-Anlagen. Die Fläche vergrößert sich um knapp 200 Quadratmeter. Die Toiletten werden saniert und erweitert. Wegen der größeren Zuschauerzahl müssen auch Notausgänge versetzt werden.

Alles zusammen kostet etwa 515.000 Euro. Davon entfallen 180 000 Euro auf die Erweiterung des Foyers und der Funktionsräume, 135 000 Euro auf die neue Tribüne und 200.000 Euro auf die Toiletten und den Brandschutz.

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Zwei Jahre lang hatte die HSG mit der Stadt über eine größere Tribüne gesprochen. Am Ende kam ein Finanzierungs-Deal heraus, mit dem beide Seiten leben können. Die Stadt bezahlt Toiletten und Brandschutz, den Rest übernehmen TG und SG Nieder-Roden als Trägervereine der Handball-Spielgemeinschaft. Dank der Zuschüsse aus Steuergeldern bleiben an den Vereinen von 315 000 Euro noch 90 000 Euro hängen. Das ist immer noch viel Geld für zwei Sportvereine, die ehrenamtlich geführt werden.

Diese Einigung ist eine Premiere für Rodgau: Erstmals investieren Vereine Geld in eine städtische Sporthalle. Als Ausgleich schließen Stadt und HSG eine Art Pachtvertrag über 25 Jahre. Demnach dürfen die Handballer die Sporthalle über den Schulsport hinaus fast ausschließlich nutzen, müssen aber die üblichen Nutzungsgebühren bezahlen. Bereits seit 2008 besteht eine Vereinbarung, wonach die Vereine Hausmeisterdienste übernehmen und dafür eine Entschädigung erhalten.

Quelle: op-online.de

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