Neuer Ort für Bestattung gen Mekka

Jügesheim (eh) - Auf ungeahnte Schwierigkeiten ist das geplante muslimische Gräberfeld auf dem Waldfriedhof Jügesheim gestoßen. Im Boden wurde überraschend eine alte Müllablagerung entdeckt. Dort liegen Bauschutt und Lederwarenabfälle.

Nun wird das Gräberfeld an einer anderen Stelle angelegt. Die Altlast kam zum Vorschein, als Bäume und Büsche entfernt wurden. Diese Arbeiten dürfen aus Rücksicht auf die Vogelwelt nur in der kalten Jahreszeit stattfinden. Bei der Wurzelrodung stießen die Arbeiter auf Bauschutt. Probegrabungen bestätigten, dass die ganze Fläche (rund 1 000 Quadratmeter) eine Müllhalde ist. Selbst nach einem Erdaustausch würde der Boden nicht mehr den islamischen Bestattungsriten entsprechen. Diese schreiben eine Beisetzung in unberührter Erde vor.

Nun soll das Gräberfeld nicht im Westen, sondern im Nordwesten des Friedhofs angelegt werden. Heute berät der Ausländerbeirat über den neuen Standort. Der Magistrat und die Betriebskommission der Stadtwerke haben bereits Ja dazu gesagt.

In dem Gräberfeld können 63 Verstorbene bestattet werden. Zusätzlich ist ein Platz zur Beisetzung von Früh- und Totgeburten vorgesehen. Die Gräber werden so ausgerichtet, dass die Toten mit Blickrichtung nach Mekka liegen. Rituelle Waschungen sind im Friedhofsgebäude möglich. Für die Feier im Freien werden ein Tisch und Sitzsteine aus Naturstein errichtet. Eine Schnitthecke soll das Gräberfeld als eigenen Bereich kennzeichnen, ohne es vom übrigen Friedhof zu treffen.

Viele gläubige Muslime ließen bisher ihre Verstorbenen ins Heimatland überführen, um die religiösen Regeln einzuhalten.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Birgit Winter/pixelio.de

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