Bautätigkeit im Norden Rodgaus erhöht Betreuungsbedarf

Neuer Kindergarten in Weiskirchen geplant

Weiskirchen - Die Stadt will eine neue Kindertagesstätte in Weiskirchen bauen, um den Engpass an Kita-Plätzen zu beheben. Der Magistrat hat dafür ein Grundstück im Norden des Stadtteils im Auge.

Ungewöhnlich: Über der Kindertagesstätte sind zwei Etagen mit Wohnungen vorgesehen. Nach Berechnungen der Stadt fehlen in Weiskirchen drei Kindergartengruppen für Drei- bis Sechsjährige und eine Gruppe für Kleinkinder. Die Kita Schillerstraße sei voll ausgelastet.
Den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen erklärt die Stadt mit der starken Bautätigkeit in Weiskirchen. Dazu zählen die neuen Reihen- und Doppelhäuser an der Brückenstraße, die Reihenhäuser an der Michael-Meyer-Straße und die Nachverdichtung im Ort.

„Wir sind schon seit längerer Zeit auf der Suche nach geeigneten Flächen in Weiskirchen“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Grundstücke dieser Größe seien aber nur schwer zu finden. Nun schlägt der Magistrat vor, das Grundstück Hauptstraße 177 für rund eine Million Euro zu kaufen. Es liegt an der Ecke zum Hohen Nickel und ist 1 863 Quadratmeter groß.

Die bebaubare Fläche von 810 Quadratmetern reicht aus, um eine Kita von der Größe des Familienzentrums Jügesheim zu bauen. In den beiden Stockwerken darüber stellt sich der Magistrat etwa zehn Mietwohnungen vor. Die Wohn-Etagen sollen gegenüber dem Erdgeschoss etwas zurückgesetzt sein.

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Der Bürgermeister spricht von einer „idealen Lage“. Die Kosten sind weniger ideal. Der Netto-Kaufpreis liegt mit 510 Euro pro Quadratmeter weit über dem aktuellen Bodenrichtwert (360 Euro). Dennoch hält der Magistrat diese Preisvorstellung nicht für überzogen. Er begründet das mit einem Rechenbeispiel: Wenn man den Wert der bestehenden Gebäude vom Kaufpreis abziehe, bleibe ein „durchaus marktgängiger“ Quadratmeterpreis von 456 Euro. Tatsächlich müssen die 50 Jahre alten Häuser aber abgerissen werden.

Die Stadt steht unter Zeitdruck. Als Grund dafür wird die bevorstehende Urlaubszeit angegeben. Das Stadtparlament soll am Montag, 26. Juni, über den Grunderwerb beschließen. Spätestens zwei Tage später will die Eigentümerin das Grundstücksgeschäft notariell beurkunden lassen. Neben der Stadt gebe es noch zwei weitere Interessenten. (eh)

Quelle: op-online.de

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