Neuer Leiter Jens Kurianowski

Jugendhaus ersetzt für viele die Familie

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Jens Kurianowski will die offene Jugendarbeit der Stadt Rodgau weiter voranbringen. Dabei setzt er auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Der 43-jährige Diplom-Sozialpädagoge arbeitete unter anderem bei IBS Pohlheim, dem Forum BKK Frankfurt und der Suchthilfe Wetzlar. In den vergangenen elf Jahren leitete er das Jugendzentrum in Hösbach-Bahnhof. Als „sensationell“ bezeichnet er den hohen Anteil an Mädchen im Jugendhaus Dudenhofen.

Rodgau - „Offene Jugendarbeit muss sich öffnen für andere Wege. “ Das sagt Jens Kurianowski (43), der im Juni die Leitung der städtischen Jugendarbeit übernommen hat. Das Jugendhaus Dudenhofen sei vor 40 Jahren eines der ersten offenen Häuser gewesen. Von Ekkehard Wolf

„Früher war es kein Problem, so ein offenes Haus voll zu bekommen“, sagt er, „aber heute konkurrieren wir mit Facebook, Whatsapp und anderen Medien.“ „Jugend braucht Räume“: Dieser alte Grundsatz gelte nach wie vor. Räume dienten als Treffpunkt und erfüllten wichtige Funktionen, etwa als Probenraum für Bands. An Bedeutung gewonnen habe ein zweiter Satz: „Jugend braucht Menschen, die sich ihr annehmen.“ Die Sozialarbeiter und -pädagogen in den Jugendtreffe erfüllten für viele Besucher eine zentrale Rolle: „Wir geben vielen Kindern und Jugendlichen einen familiären Background. Wir sind Ersatzpapa, Ersatzmama und der große Bruder.“

Jens Kurianowski will das Jugendhaus zu einem Treffpunkt für Kinder, Familien und Generationen entwickeln. Dabei setzt er auf die Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Institutionen. So kommt Leben ins Haus, das künftig noch intensiver genutzt werden soll. Das Team der städtischen Jugendarbeit umfasst 10,5 Stellen in Jugendtreffs und Schulen. Erste Ideen für neue Angebote gibt es bereits. Dazu zählt der Ausbau des Ferienprogramms um eine Eltern-Kind-Kanutour oder eine Eltern-Kind-Klettertour. Neben der Freizeit rückt die berufliche Orientierung immer mehr in den Fokus. Der Übergang von der Schule in den Beruf folgt dem Ziel: „Keine/r darf zurückbleiben.“

Auch den Heranwachsenden aus den Flüchtlingsfamilien wollen die Jugendtreffs eine Anlaufstelle bieten. Jens Kurianowski stellt sich einen Treffpunkt der Generationen und der Kulturen vor: „Ich sehe das als eine große Chance für uns alle an.“

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Quelle: op-online.de

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