Neuer Radweg soll die Städte nichts kosten

+
CDU-Politiker aus Rodgau und Rödermark berieten gestern in Rollwald über den Ausbau eines Fahrradwegs zwischen beiden Städten. Das Land Hessen will die Fahrbahn der L 3097 im Konjunkturprogramm erneuern.

Rodgau/Rödermark - (eh) Für einen Fahrradweg zwischen Rollwald und Ober-Roden will sich die CDU stark machen. Clemens Jäger, Fraktionsvorsitzender in Rodgau, kündigt einen Eilantrag zur Sitzung des Stadtparlaments am Montag an.

In Rödermark ist man einen Schritt weiter: „Wir haben das Thema am Dienstag auf der Tagesordnung“, sagt Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht. Für den Streckenabschnitt auf Rodgauer Gebiet liegt seit 2008 eine Vorplanung vor. Bei einer Ortsbesichtigung mit Parteifreunden zog Erste Stadträtin Hildegard Ripper gestern die Pläne aus der Tasche. 435 Meter Radweg sollen 111 000 Euro kosten.

Der Bau ist nach Ansicht der örtlichen Unionspolitiker Sache der hessischen Straßenbauverwaltung, die derzeit eine Erneuerung der L 3097 zwischen Rollwald und Ober-Roden plant. Rödermarks Erster Stadtrat Alexander Sturm: „Das würde kein Bürger verstehen, wenn man die Straße saniert und die Radfahrer vergisst.“

Zur Streckenführung gibt es mehrere Vorschläge. Ein durch Leitplanken oder -pfosten abgetrennter Mehrzweckstreifen wäre wohl billiger als ein Ausbau des Feldwegs entlang der Landesstraße, wie ihn der Naturschutzbund (Nabu) bevorzugt. Hildegard Ripper schlägt einen Radweg an der L 3097 vor, der am Aussiedlerhof Gaubatz zur Bahnstrecke abknickt und an der Bahn nach Ober-Roden führt. Für Schüler zur Nell-Breuning-Schule wäre das ein weiter Umweg.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Rodgau lehnt die bisher diskutierten Streckenführungen ab: „Seitenstreifen sind dem ADFC auch lieber als ein mit Leitplanken abgetrennter einseitiger Zweirichtungsradweg oder tiefer liegende Feldwege“, betont Vorsitzender Stefan Janke. Der Nachteil zeige sich im Dunkeln: „Nachts blendet das asymmetrische Licht der Kraftfahrzeuge derart, dass dann einige Meter im ‚Blindflug‘ bewältigt werden müssen. Leitplanken schaffen keine Sicherheit, verengen aber die lichte Breite des Weges (Tunneleffekt).“

Den Nabu-Vorschlag eines ausgebauten Feldwegs hält Janke für untauglich. Er erfordere eine Fahrbahnquerung (der Radweg von Nieder-Roden nach Rollwald sei nur in einer Richtung erlaubt), störende Masten (Ampel, Starenkasten) müssten versetzt werden und nachts würden Radfahrer auf dem Feldweg geblendet.

Nach Ansicht des ADFC Rodgau eignen sich Seitenstreifen an der L 3097 hervorragend zum Radfahren - zu jeder Tages- und Jahreszeit. Als ideale Lösung bezeichnet Stefan Janke eine Verlängerung des Bahnpfädchens, den der Naturschutzbund verhindern möchte: „Wenn zu 70 bis 80 S-Bahnen täglich nochmals so viele Radfahrer hinzukämen, sollte das für die Vögel in ihrem Biotop kaum etwas ändern. Auch nicht, wenn die Bahntrasse mit Radweg nochmals drei Meter breiter wird.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare