Interview mit TGM-Vortand

Mitgliedsbeiträge decken die Kosten nicht mehr

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Der neue TGM SV-Vorstand beim Redaktionsgespräch in Jügesheim.

Jügesheim - Mit den Neuwahlen zum Vorstand leitete TGM SV Jügesheim Ende Juni einen Generationswechsel im gut 1 600 Mitglieder starken Familienverein ein. Die neue Spitze besteht aus Götz Schwarz (Vorstandssprecher), Uwe Kuhn, Klaus Werner, Schatzmeister Stefan Hitzel und Schriftführerin Inge Ries.

Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach mit der neuen Führungsriege.

Wie waren die ersten Monate an der Vorstandsspitze?

Schwarz: Aufregend und entspannt zugleich. Aufregend, weil ich gespannt war zu sehen, was alles auf mich zu kommt. Entspannt, weil ich mit dem Team um mich herum motiviert zusammenarbeiten kann, sodass die anstehenden Aufgaben sicher bewältigt werden.

Sie haben ein gut bestelltes Feld vorgefunden. Trotzdem: Was ist so alles auf Sie eingestürzt?

Schwarz: Eingestürzt kann man nicht sagen. Ich habe ja schon ein Jahr im Vorstand hospitiert. Allerdings stehen Aufgaben an, die schon eine große Herausforderung sind.

Als da wären?

Schwarz: Zum Beispiel eine Neustrukturierung der Beiträge.

Also wird es teurer für die Mitglieder.

Schwarz: Ja und nein. Monetär schon. Aber eine andere Art von Beitrag wäre auch, sich persönlich einzubringen. Zum Beispiel in Form von Diensten.

Denken Sie an eine Art Guthabenkonto, das man durch eigene Arbeit selbst auffüllt?

Kuhn: Die Beitragsstruktur muss so gerecht wie möglich sein für die, die ihre Arbeitskraft einbringen und für die, die den Verein einfach nur nutzen wollen und die Angebote nur konsumieren.

Wo werden denn die Schwerpunkte Ihrer Arbeit liegen?

Schwarz: Wie gesagt, wird uns das Thema Beiträge beschäftigen. Da müssen wir als Erstes ran. Das Zweite ist unsere 125-Jahrfeier 2013. Das ist eine gute Gelegenheit uns zu präsentieren und zu zeigen, dass wir die anstehenden Probleme lösen können. Wir werden zeigen, dass es sich lohnt, im Verein zu sein und für den Verein zu arbeiten, weil man sich dort sehr gut aufgehoben fühlen kann.

Was erwartet die Gäste denn zur 125-Jahrfeier?

Schwarz: Das Programm ist schon in Planung. Wir werden vier Tage feiern - mit noch drei Tagen hintendran Kulinarische Woche. Denkbar wäre ein Trachtenabend oder etwas in diese Richtung. Auch wird etwas für junge Leute dabei sein. Wir überlegen im fußballerischen Bereich, ob es nicht ein Einlagespiel mit einer Prominentenmannschaft geben sollte. Das ist zurzeit noch alles im Fluss.

Wo drückt den neuen Vorstand der Schuh?

Kuhn: Wir müssen uns um unsere Liegenschaften kümmern. Da müssen die Kosten mindestens gehalten, wenn nicht sogar reduziert werden. Unsere Immobilien sind in die Jahre gekommen.

Werner: I ch will mal einen Extremfall aufzeigen. Vielleicht ist es irgendwann billiger, unsere eigene Halle zuzumachen und sich in einer städtischen Halle einzumieten. So weit sind wir aber noch nicht.

Kuhn: Das ist alles nicht so einfach. Da hängen auch viele Emotionen dran.

Emotionen gab es auch in der Tanzsportabteilung, wenn nicht sogar Turbulenzen mit Abwanderung zahlreicher Mitglieder. Ist der Konflikt beigelegt?

Schwarz: Richtige Turbulenzen waren das nicht. Es gab Spannungen in der Abteilung. Wie wir das im Vorstand zunächst geregelt haben, war der falsche Weg. Wir haben das korrigiert und hatten Austritte im unteren zweistelligen Bereich. Es gab aber auch Neueintritte, sodass die Mitgliederzahl in etwa gleich geblieben ist. Der Erfolg der gerade erst veranstalteten Gala zeigt, dass die Abteilung stabiler denn je ist und ihre Aufgaben bewältigen kann und wird.

Was wird aus dem bisher geplanten Seniorensportpark auf dem Vereinsgelände?

Schwarz: Der wird zeitnah fertiggestellt. Es spricht nichts dagegen, dass die Zuschüsse von Stadt und Land für das Projekt an der Weiskircher Straße fließen.

Kuhn: Unser Ehrenvorsitzender Erwin Kneißl treibt das Projekt nach wie vor mit großem Engagement voran. Das wird eine super Sache.

Wie steht der neue Vorstand zu einer Fusion mit der TGS, die ja bereits einmal am Votum der Turngesellen gescheitert ist?

Schwarz: Dieser Gedanke ist latent vorhanden. Momentan denken wir aber, dass - ich sag’s salopp - die TGS ihren Laden erst mal in den Griff bekommen soll nach den vielen Dingen, die da passiert sind. Unsere Mitglieder sind verunsichert, ob das zeitnah so günstig wäre. Wir haben nichts gegen eine Fusion, aber es ist auch nicht so, dass wir uns dafür vehement einsetzen. Wir warten ab, was die Zeit bringt.

Kooperationen gibt es ja ohnehin.

Schwarz: Ja. Mitglieder beider Vereine können gegenseitig Kurse besuchen. Dann sind da noch das American Football und Turnen. Die Turngeräte in der Halle an der Lange Straße werden montags und freitags von beiden Vereinen genutzt. Im Fußball läuft allerdings derzeit nichts mehr.

Quelle: op-online.de

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