Neuer Zaun soll Moorfrosch schützen

Nieder-Roden (eh) ‐ Ein 700 Meter langer Amphibienschutzzaun wird derzeit an der „Querspange“ am Gewerbegebiet Nieder-Roden gebaut. Der Zaun soll den seltenen Moorfrosch schützen. Diese Tierart ist vom Aussterben bedroht. Ihre Population in Rodgau gilt als die größte in Hessen.

Der Laichplatz am Rand des Gewerbegebietes ist eine von zwei Fortpflanzungsstellen des Moorfrosches in Rodgau“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Seit vielen Jahren laichen dort über 80 Moorfrösche. Auch im Naturschutzgebiet bei den Rodgauer Baustoffwerken kommen diese Amphibien in nennenswerter Zahl vor. In der Paarungszeit kann man sie an einer einzigartigen Färbung erkennen: Die Männchen sind dann für einige Tage blau gefärbt.

Ein Gutachter hat im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) Vorschläge entwickelt, um zu erreichen, dass der Moorfrosch in Rodgau dauerhaft eine Zukunft hat. Er regte an, zwei Teiche gegenüber dem Gewerbegebiet für den Moorfrosch zu optimieren. Das wird nach Angaben des Kreises Offenbach derzeit von der Stadt Rodgau geplant.

Neuer Holzzaun auf 260 Metern Länge

Damit die Frösche auf ihrer Laichwanderung nicht auf der B 45 und der Zubringerstraße überfahren werden, wird der Schutzzaun am Waldrand jetzt um rund 400 Meter verlängert. Auf der Seite des Gewerbegebiets ist der alte Holzzaun verrottet. Er wird auf einer Länge von rund 260 Metern erneuert. Davon entfallen 200 Meter auf das Grundstück des Frachtzentrums der Deutschen Post und DHL.

Als „beispielhaft“ bezeichnet Kreis-Umweltdezernentin Jäger die Abstimmungen zwischen den drei Behörden (Stadt, Kreis, RP) und der Deutschen Post AG. Alle Beteiligten hätten Hand in Hand gearbeitet. Die vom Kreis Offenbach beauftragten knapp 500 Meter Amphibienzaun kosten 30.000 Euro, davon bezahlt das Regierungspräsidium rund 25.000 Euro.

Neben den Feuchtgebieten am Gewerbegebiet Nieder-Roden und am Kalksandsteinwerk kommt der Moorfrosch noch bei Babenhausen und in den Rheinauen vor. Dort handelt es sich lauf Claudia Jäger aber nur um versprengte Vorkommen. „Rodgau ist somit das hessische Zentrum des vom Aussterben bedrohten Moorfrosches. Deshalb hoffen wir auch, dass die geplanten neuen Teiche von den Moorfröschen besiedelt werden.

Quelle: op-online.de

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