Neues Klima im Rathaus

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Eine neue Ära der Zusammenarbeit kündigen die drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder an (von rechts nach links): Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD), Erste Stadträtin Hildegard Ripper (CDU) und Stadtrat Michael Schüßler (FDP).

Rodgau (eh) ‐ Ein neues Klima des Miteinander strebt der neue Bürgermeister Jürgen Hoffmann im Rathaus an. Gemeinsam mit den hauptamtlichen Stadträten Hildegard Ripper und Michael Schüßler wolle er die Dezernatsgrenzen überwinden und eine Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit schaffen, sagte Hoffmann gestern der Presse.

In einem entscheidenden Punkt hat der Bürgermeister gleich am ersten Arbeitstag die Zuständigkeiten neu geordnet: Der frühere Finanzbeamte ist künftig als Stadtkämmerer für Haushaltspläne und Bilanzen verantwortlich. Bisher war das Sache der Ersten Stadträtin. Jürgen Hoffmann kündigte einen „sanften Übergang“ an, in dem man anstehende Aufgaben gleich mit erledigen wolle.

Die übrige Aufgabenverteilung bleibt wie gehabt. Erste Stadträtin Hildegard Ripper bleibt für Stadtkasse, Tiefbau und Stadtwerke zuständig. Stadtrat Michael Schüßler verantwortet Soziales, Hochbau sowie das Rechts- und Ordnungsamt. Stadtplanung und Hauptamt unterstehen dem Bürgermeister.

Die vor zweieinhalb Jahren beschlossene Verwaltungsreform will das Dreierteam Hoffmann - Ripper - Schüßler jetzt mit Vorrang angehen. In diesen Prozess werde auch die mittlere Führungsebene der Amtsleiter eingebunden. Man wolle Schnittstellen harmonisieren und Arbeitsbereiche sinnvoll zusammenfassen - immer im Dialog mit den betroffenen Mitarbeitern. Greifbare Ergebnisse strebt Bürgermeister Hoffmann bereits für den Herbst an.

Aufbruch, Neubeginn und Chance

„Es geht nicht darum, Personal abzubauen, sondern mit dem Potenzial, das wir haben, besser zu werden“, betonte Jürgen Hoffmann vor der Presse. Die Verwaltung habe in den letzten Jahren sehr gelitten. Angesichts zusätzlicher Aufgaben für die Kommunen seien in Einzelfällen auch Neueinstellungen notwendig: „Wir können uns nicht zu Tode sparen.“ Stadt und Stadtwerke haben zusammen 550 Mitarbeiter.

Nicht von oben, sondern von unten will das Führungstrio die Stadtverwaltung umbauen. Erst danach sei Zeit, an eine neue Dezernatsverteilung zu denken. „Wenn man die Verwaltungsabläufe als Wichtigstes ansieht, ist die Führung unproblematisch“, sagt Hoffmann, der weiß, dass es künftig ohnehin nur noch zwei hauptamtliche Magistratsmitglieder geben wird. Die politische Kontroverse um die zweite Stadtratsstelle solle die Alltagsarbeit nicht belasten. Bis zum Bürgerentscheid am 4. Juli sei man in einer schwierigen Situation, die man aber im Interesse einer professionellen Arbeit ausblenden müsse.

Worte wie Aufbruch, Neubeginn und Chance waren in der ersten Magistratspressekonferenz der Amtszeit Hoffmann mehrfach zu hören. Der Dienstantritt sei „ein nach innen und außen gerichtetes positives Signal für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagte Erste Stadträtin Ripper. Gemeinsam mit allen Mitarbeitern habe man eine „Riesenchance“, eine neue Diskussionskultur im Rathaus zu entwickeln, formulierte Stadtrat Schüßler.

Mehr Offenheit für Bürger kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann auch im Hinblick auf die Außendarstellung der Stadt an. Er wolle wieder eine aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben: um für die Vorzüge Rodgaus zu werben, aber auch um Entscheidungen transparent zu machen. Hoffmann: „Es geht nicht darum, immer nur gute Nachrichten zu verkünden.“

Quelle: op-online.de

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