Nicht aus Fleisch und Blut

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Zu Füßen von Kerbborsch Hermann stießen die „Haahäuser Kerbmusikanten“ Ludwig Kleinhenz (links) und Manfred Fritsch auf das Gelingen des Festes an.

Hainhausen - (lö) Ohne Kerbborsche aus Fleisch und Blut muss dieses Jahr die Hainhäuser Kerb auskommen, im 4 000-Einwohner-Stadtteil fand sich nicht einmal ein halbes Dutzend durstige Jung-Männer mit Liebe zum Brauchtum.

Offensichtlich hatten alle Interessenten Angst, weil die Mädels voriges Jahr die Messlatte sehr hoch gelegt hatten“, nahm Egon Laux, der Vorsitzende der IGEMO, das Fehlen mit Humor. Fürs nächste Jahr hätten sich aber wieder ein paar Kandidaten bei ihm gemeldet.

Beflügelt von der 900-Jahr-Feier Ende Mai hatte eine sangesfreudige Damentruppe die Hainhäuser Kerb 2008 mächtig aufgemischt. Doch der Schwung des Orts-Jubiläums lässt offensichtlich nach: Außer den Kerbborsche fehlen dieses Jahr auch Vereine, die den heutigen Montag zum Kerbmontag gemacht hätten

Anstelle von lebendigen Kerbborsche und -mädels wachte gestern und am Samstag Hermann über die Buden und Zelte in der Martin-Bihn-Straße. Eigentlich saß die schwarz gekleidete Puppe mit ihrer Rum-Flasche am Freitagabend in der Gaststätte von Udo Emge. Doch dort wollten ihn Jochen Pommer und seine Kollegen vom rührigen Kerbborsche-Jahrgang 2006 nicht versauern lassen und luden Hermann zu einem Zug durch die Gemeinde ein. „Drei Ringel Fleischwurst und ein paar Körbchen Bier müssen schon drin sein“, forderte Pommer ein recht bescheidenes Lösegeld von Hermanns Besitzer.

Den Bieranstich vorm Feuerwehrhaus nahmen Egon Laux und Hainhausens Ortsvorsteher Ewald Simon vor, assistiert hat Stefan Kaufhold von der Seligenstädter Privatbrauerei Glaab. Der musste erstmal einen neuen Zapfhahn aus seinem Fundus zaubern, bis das Freigetränk in die Gläser floss. Die Kerbmusikanten Ludwig Kleinhenz und Manfred Fritsch überbrückten die Pause mit Stimmungsliedern. Laux dankte bei dieser Gelegenheit zwei Helfern, die viel für die Hainhäuser Kerb tun, ohne gleich einem Bürgermeisterkandidaten im Vordergrund zu stehen: Roman Horch und Erwin Neuhäusel verlegen seit Jahren Strom- und Wasserleitungen.

Mit von der Partie waren der SKV, der Obst- und Gartenbauverein, die Feuerwehr, die katholische Kirchengemeinde, die im Pfarrsaal Kaffee und Kuchen für ein Kindergarten-Projekt verkaufte, sowie die Turngemeinde. Die mixte am Samstagabend Cocktails und Longdrinks wie sie es schon bei ihrem Waldfest im Juli vorhatte. Damals machte das Wetter den Hobby-Barkeepern einen Strich durch die Rechnung.

An Kerb hatte Petrus Einsehen mit den Hainhäusern und ihren Gästen, freute sich IGEMO-Chef Laux über regen Besucherzuspruch. Einen regelrechten Kerbplatz vermisse in Hainhausen schon längst niemand mehr. Zum 23. Mal wurde am Wochenende zwischen Feuerwehrhaus und Pfarrsaal gefeiert. Und Gäste und Teilnehmer, so Egon Laux, haben die gemütliche Atmosphäre schätzen gelernt.

Quelle: op-online.de

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