Nichts geht über eine gute Nase

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Gefunden: Rottweiler-Dame Jeanney (6) hat die vermisste Person aufgespürt. Trainerin Monika Diener und Silvia Nikoleiski aus Rödermark (im Bildhintergrund) sind sehr zufrieden.

Nieder-Roden ‐ Der Mensch bekam von der Natur viele gute Eigenschaften mit auf den Lebensweg. Trotzdem sind bei vielen Tieren die Sinnesorgane deutlich besser ausgeprägt, beispielsweise die Nasen der Hunde. Von Andreas Pulwey

Für die Suche nach vermissten Personen ist das tierische Riechorgan unerlässlich. Ein Kind wird vermisst, eine Person aus dem Altersheim fehlt, oder es wird gar nach einem suizidgefährdeten Menschen gefahndet? Da wird künftig bei Frank Wutt und den anderen „Mantrailer-Freunden Rodgau“ das Telefon klingeln. Die Polizei verlässt sich gerne auf die vierbeinigen Spürnasen, mit denen Frank Wutt und die Trainerin Monika Diener aus Mücke/Vogelsberg zwei- bis dreimal pro Woche üben.

Geruchsartikel beim Spazierengehen

„Wir legen zwei Kilometer lange Spuren“, erklärt Frank Wutt. Das geht recht einfach. Eine Person geht einfach spazieren. Dabei fallen Geruchspartikel zu Boden, erläutert Trainerin Monika Diener. Die Hunde sind in der Lage, diese Partikel auch nach 24 Stunden noch wahrzunehmen und die Geruchsspur zu lesen.

Für die Rolle des Spaziergängers suchen die „Mantrailer-Freunde“ noch Freiwillige.

Kontakt: Monika Diener, Telefon 0174/763 6945.

FAKTEN :

Mantrailing wird die Suchform genannt, bei der ein Hund anhand eines Geruchsartikels eine Person aufspüren kann. Dies kann ein Kleidungsstück sein oder ein Gebrauchsgegenstand. ‐ Der Hund orientiert sich am Individualgeruch, der aus winzigen Geruchspartikeln besteht. Weitere Infos auf der Mantrailing Freunde-Internetseite.

Hat der Suchhund erst einmal über ein Kleidungsstück den Geruch der gesuchten Person aufgenommen, nimmt er die Nase kaum noch vom Boden. Und das so lange, bis er sich vor der gefundenen Person auf den Hosenboden setzt. Am „Sitz machen“ erkennen Frauchen oder Herrchen den Erfolg des Tieres. Zuvor gilt es für das menschliche Teammitglied, die Zeichen des Tieres richtig zu deuten, so Frank Wutt. Rute aufrecht, Ohren steil, zeigt dem Menschen an: Der Hund hat die Spur gut in der Nase. Die Rute weit unten verweist dagegen auf Unsicherheit. Fünf der sechs Rodgauer Mantrailer sind reif für die Polizei-Prüfung. Mit ihrem menschlichen Teammitgliedern stellen sie sich im Februar den Aufgaben der Gesetzeshüter, um künftig offiziell nach Menschen in Notlagen schnüffeln zu dürfen.

Quelle: op-online.de

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