Impulse für den Puiseauxplatz

Leben statt Leere

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Weit und menschenleer erstreckt sich der Puiseauxplatz. Für viele Nieder-Röder ist er ein wichtiger Identifikationspunkt.

Nieder-Roden - Nach Jahren des Stillstands kommt Bewegung in die Diskussionen um den Puiseauxplatz. Erste Veränderungen sind sichtbar. Zu verdanken sind sie nicht zuletzt dem „offenen Forum Nieder-Roden“, einer Gesprächsrunde zur Entwicklung des Stadtteils.

Neben Eiscafés und Boule-Bahn trägt auch der öffentliche Bücherschrank zur Belebung des Puiseauxplatzes bei.

Vor dem Café frühstücken die Menschen im Freien. Auch das neue Eiscafé stellt Tische und Stühle raus. Leer stehende Geschäfte werden zu Schaufenstern für Handel und Gewerbe. Ein öffentlicher Bücherschrank versorgt Leseratten rund um die Uhr mit „Futter“. Und in luftiger Höhe über der Post hängt das erste Kunstwerk der Open-Air-Galerie. Viele kleine Dinge haben sich in den letzten Monaten verändert. Bald gibt es auch neue Blumenkübel und reparierte Sitzbänke. Als positives Zeichen bewertet Bürgermeister Jürgen Hoffmann das Fest „20 Jahre Wochenmarkt“ vom vergangenen Sonntag: „Es hat gezeigt: Wenn man diesem Platz etwas gibt, dann wird er auch angenommen.“

Einen optischen Akzent setzt der Beginn der Online-Galerie.

Nach der Gründung des Vereins „Mein Nieder-Roden“ hat die Stadt im September letzten Jahres das „offene Forum Nieder-Roden“ ins Leben gerufen. Aus der ersten Veranstaltung im Gasthaus „Zum Engel“ bildete sich ein Kreis von etwa 25 Personen. Darin sind viele Interessengruppen vertreten: Eigentümer von Wohnungen, Gewerbe, Kirche, Partnerschaftsverein und engagierte Bürger. Der Verein „Mein Nieder-Roden“ ist von Anfang an dabei. In vier Sitzungen hat sich das Forum mit Grünanlagen, Parkplätzen, Beleuchtung und anderen Themen auseinander gesetzt. Der Leiter der Stadtplanung, Peter Kämmerling, und Bernhard Schanze von der Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing haben die Diskussionen moderiert. „Es geht und ging uns nicht darum, den Menschen fertige Pläne auf den Tisch zu legen (...), sondern ihnen zuzuhören“, betont Bürgermeister Hoffmann. Die Teilnehmer des Forums seien auch bereit, für die Umsetzung ihrer Vorstellungen und Wünsche selbst aktiv zu werden.

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Aber: „Wir spüren sehr deutlich, dass die Gemengelage noch nicht ganz klar ist. Wir haben es in erster Linie mit Bürgern zu tun, die sagen, es muss sich etwas verändern.“ Nur wohin diese Entwicklung führen soll, habe sich noch nicht ganz herauskristallisiert. Klar sei, dass man die Anwohner nicht über Gebühr beanspruchen dürfe. Aber, so Hoffmann: „Wenn man an einem Platz lebt, lebt man an einem Platz. (...) Eine Straße hat Autos und ein Platz hat Menschen.“

Der 1973/74 entstandene Puiseauxplatz ist aus heutiger Sicht falsch geplant. Er hat keine Öffnung, so dass man ihn von außen nicht sehen kann; die großen Läden liegen in der Sonne, die Gastronomie eher im Schatten. „Der Puiseauxplatz ist ein Stadtteilzentrum für Nieder-Roden und hat einen hohen Identifikationswert“, betont Bernhard Schanze: „Auch in seiner jetzigen Form ist er in den Herzen der Menschen. Dennoch wissen alle, dass er verbesserungsbedürftig ist.“ Im Umkreis von 200 Metern lebten mindestens 2500 Menschen, der Platz sei also auch für die Nahversorgung wichtig.

Auch nach Einschätzung Schanzes hat sich in den letzten neun Monaten viel bewegt: „Früher hat man am Puiseauxplatz übereinander gesprochen, heute spricht man miteinander. Das ist ein Erfolg dieses offenen Forums. Damit wächst natürlich auch die Verantwortung füreinander.“ Nach den ersten, vor allem optischen Verbesserungen gehe es nun daran, über strukturelle Veränderungen nachzudenken.

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eh

Quelle: op-online.de

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