Böll-Schule bekommt „grünes Zimmer“

Klassenraum unter freiem Himmel

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Hoffentlich ist es bald fertig: Das grüne Klassenzimmer entsteht an dem Ort, wo früher einmal der Teich der Heinrich-Böll-Schule war.

Nieder-Roden - Ein lauschiges Plätzchen wird es werden, das grüne Klassenzimmer. An der Heinrich-Böll-Schule freuen sich Schüler und Lehrer auf die Möglichkeit, zum Beispiel Unterricht im Freien zu machen. Von Simone Weil 

Denn im Sommer wird es im Gebäude an der Wiesbadener Straße 63 zum Teil sehr warm. Auch für Präsentationen und Aufführungen aller Art sei das kleine Amphitheater geeignet, glaubt Schulleiterin Andrea Haus. Und zum Chillen, also zum Ausruhen und Abhängen, sei der Ort goldrichtig, ist sich die Pädagogin sicher. Außer der frischen Luft bietet er außerdem auch ideale Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler.

Zweifel hatte Andrea Haus lediglich daran, ob sie die Umsetzung der überzeugenden Idee noch erleben würde. Denn die entsprechende Gestaltung des ansprechenden Fleckchens unter schönem Baumbestand wird auf etwa 15.000 Euro beziffert. Ein recht ordentlicher Brocken.

Doch dank dem Förderverein und dem Baukonzern Hochtief, der für die Unterhaltung der Schulen im Kreis zuständig ist, wird der Wunsch nun Wirklichkeit. Derzeit sind die Bauarbeiten noch in vollem Gang. Die Fachleute verwandeln die Fläche, auf der früher mal ein Teich angelegt war, gerade in einen stabilen Untergrund. Solch ein Gewässer sei inzwischen nicht mehr zeitgemäß, glaubt die Schulleiterin. „Deswegen haben wir den Tümpel platt gemacht“, sagt sie. 15 stattliche Quader aus Muschelkalkstein können dort dann im Halbrund aufgestellt werden. Jeweils zwei Schüler finden auf den Blöcken Platz.

Schattiger Ort unter Baumkronen

Kurz vor den Sommerferien ging es mit den ersten Erdarbeiten los, nach etwa zehn Tagen soll das Gelände entsprechend vorbereitet sein. Es müssen allerdings erst noch zwei Schotterwege als Zugang zu dem kleinen Platz von den Bauarbeitern angelegt werden.

Die Schüler freuen sich darauf, den schattigen Ort unter verschiedenen Baumkronen, endlich in Beschlag nehmen und für sich nutzen zu dürfen. Denn auf dem großzügigen Gelände, das die integrierte Gesamtschule der Sekundarstufe 1 (Klassen 5-10) umgibt, sind bereits einige Stellen entstanden, an denen Spiel, Spaß und Toben im Vordergrund stehen: Spielplatz, Insektenwiese, Tischtennisplatten und weitere. „Der Bewegungsdrang der Schüler ist groß“, weiß die Schulleiterin.

Deswegen ist auch während der großen Pausen ein Container mit Spielgerät wie Bällen und Diabolos für die Kinder zugänglich, damit überschüssige Energie in Sport umgewandelt werden kann. Dann kann sich der Nachwuchs im Klassenraum auch wieder viel besser konzentrieren.

Gute Erfahrungen haben die Pädagogen damit gemacht, dass die Jungen und Mädchen bei ähnlichen Initiativen einbezogen und an der Arbeit beteiligt werden. „Dann wird auch nichts zerstört“, sagt die Lehrerin. Denn die Kinder merken, es wird etwas für sie getan. Deswegen halten sie sich auch wirklich zurück, wenn es um mutwillige Beschädigungen und Verwüstungen geht. Die Gesamtschule hatte erst im Sommer ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Quelle: op-online.de

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