Bremsweg viel länger als gedacht

Verkehrserziehung in Nieder-Roden bringt Fünftklässlern Aha-Erlebnisse

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Verkehrspädagoge Thomas Tuma (links) ermunterte die Fünftklässler dazu, den Bremsweg eines Pkw zu schätzen und den von ihnen vermuteten Haltepunkt mit orangefarbenen Kunststoffhütchen am Straßenrand zu markieren. Die meisten verschätzten sich gründlich.

Die Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden setzt auf Expertenrat für die Verkehrserziehung der Schüler. Diese waren über vieles überaus erstaunt.

Nieder-Roden – Thomas Tuma saust mit seinem silbernen Opel Corsa mit 50 km/h auf die blaue Bremslinie zu. Als die Vorderreifen die Linie erreichen, steigt der Verkehrspädagoge des ADAC voll in die Eisen – und die Schüler am Straßenrand staunen nicht schlecht, wie lang der Bremsweg des Kleinwagens ist. Wie spät er erst zum Stehen kommt – das verblüfft die Fünftklässler dann doch sehr.

Nieder-Roden: Expertenrat in Theorie und Praxis

Um den gerade eingeschulten Kindern die Gefahren im Straßenverkehr zu verdeutlichen, setzt die Heinrich-Böll-Schule auf Expertenrat in Theorie und Praxis. Deshalb ist neben dem Schulgebäude an der Wiesbadener Straße auch heute noch ein Teilstück zu Demonstrationsfahrten des ADAC gesperrt. Die Kinder sollen dabei nicht nur schätzen, wie lange ein Bremsweg bei einer bestimmten Geschwindigkeit ist. Vielmehr dürfen sie sogar mitfahren. Deshalb lernen sie nicht nur aus der Rolle des passiven Betrachters, welche enormen Kräfte beim Beschleunigen und Bremsen bestehen. Das macht die wichtige Sache anschaulicher.

„Nicht aufs Handy gucken.“

Tuma steigt aus dem Pkw aus und sagt in die erstaunte Runde: „Das hättet ihr nicht gedacht, dass der Bremsweg bei 50 so viel länger ist als bei 30. Bedenken muss man auch, dass der Fahrer ja erst mal reagieren muss, bis er bremst. Was könnte die Reaktionszeit denn verlängern? Was darf man beim Autofahren auf gar keinen Fall tun?“ Finger schnellen in die Höhe – und es folgen clevere Antworten wie: „Nicht aufs Handy gucken.“ Oder „Nicht essen und rauchen.“ Und: „Auf keinen Fall betrunken fahren oder sich ablenken lassen und aus dem Fenster schauen.“ Das alles zeigt, wie gefährlich es auf der Straße sein kann. Deshalb appelliert Tuma: „Schaut beim Überqueren der Straße bitte mehrmals hin, bevor ihr losgeht. Sobald sich ein Auto noch bewegt, bleibt stehen.“ Doch nicht nur der Bremsweg ist Thema. Während einer Schulstunde gibt Tuma im Klassensaal auch Hinweise zum richtigen Verhalten an der Bushaltestelle und beim Radfahren. Kein Schüler bezweifelt danach, dass ein Helm Leben retten kann.

von Bernhard Pelka

Quelle: op-online.de

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