Senioren sollen mobiler werden

Keine Angst vor Bus und S-Bahn

+
Informationen und Veranstaltungen sollen helfen, dass Senioren mobiler werden. Der Seniorenclub Jügesheim übt das Busfahren in Rodgau mit dem Rollator.

Nieder-Roden - Was mache ich, wenn der Automat keine Fahrkarte ausspuckt? Wie kriege ich raus, wo ich umsteigen muss? Was tun, wenn der Fahrkartenautomat keine Geldscheine annimmt? Von Simone Weil

Auf fast alle Fragen haben Britta Sorg und Ina Pommer-Franz von der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (Kvg-OF) Antworten parat. Zudem bietet Ursula Boveland, ehrenamtliche „Mobipartnerin“ des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), auch ganz praktische Hilfestellung an: „Ich fahre auch mit nach Offenbach, wenn sich jemand allein nicht traut, die S-Bahn zu nehmen“, verspricht sie. Denn viele Senioren sind unsicher, wenn es um die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel geht. Um Hemmschwellen abzubauen, haben die städtische Seniorenberatung und die Kvg ältere Herrschaften in die „Seniorenresidenz K + S“ in der Frankfurter Straße 78 in Nieder-Roden eingeladen. Außer den Heimbewohnern sind dort weitere Gäste willkommen.

Boveland erzählt von einem Praxistest mit dem Seniorenclub in Jügesheim, bei dem sie mit Senioren mit Rollstühlen und Rollatoren unterwegs war. „Es hat alles funktioniert und die Busfahrer waren so nett und haben die Rampen ausgeklappt“, sagt die ehrenamtliche RMV-Unterstützerin. Als „Mobipartnerin“ ist sie Ratgeber und Ansprechpartner für Menschen, die gerne öfter Bus und Bahn benutzen möchten, sich aber nicht so richtig trauen, weil sie sich nicht auskennen.

Touchscreen verunsichert Senioren

Das fängt schon beim Fahrkartenkauf an: Die neuen Automaten mit sogenanntem Touchscreen, der die Kunden beim Berühren mit der Hand durch den Kaufvorgang führt, macht einigen Senioren Angst oder verunsichert sie zumindest. Die Zielnummerncodes seien inzwischen weitestgehend abgeschafft, erfährt ein Herr aus dem Publikum. Doch die häufig nachfragten Ziele wie etwa die Frankfurter Innenstadt werden bereits direkt auf dem Bildschirm angeboten.

Auch Fragen der Sicherheit beschäftigen die Senioren. Schließlich lesen sie immer wieder mal von unschönen Vorfällen. „Ab 19 Uhr Uhr ist eine Begleitung im ersten Wagen“, kann Kvg-Mitarbeiterin Britta Sorg sie aber beruhigen. Kvg-Mitarbeiterin Ina Pommer-Franz rät den Zuhörern auf alle Fälle, sich eine Tageskarte zu kaufen: Denn schon bei einer Hin- und Rückfahrt rentiere sich die Investition. Das Tagesticket könne übrigens auch schon vor dem Nutzungstag erworben werden. Damit erspare man sich die Hektik, wenn zum Beispiel eine bestimmte Verbindung erreicht werden soll und könne gleichzeitig in aller Ruhe mal den Automaten ausprobieren wenn gerade nichts los ist.

Noch günstiger fahren Bürger, die sich eine Gruppentageskarte ziehen. Bis zu fünf Personen können damit relativ preiswert reisen – müssen dann allerdings zusammenbleiben. Lukrativ ist das Ticket aber schon für zwei. Für einen Ausflug nach Fulda sei beispielsweise das Hessenticket sehr empfehlenswert, rät die Kvg-Expertin.

Diese Rechte haben Bahnkunden

EU-Urteil: Diese Rechte haben Bahnkunden

Bei allen weiteren Fragen zu Abfahrtszeiten, Verbindungen und den passenden Fahrkarten empfiehlt Ina Pommer-Franz, sich rechtzeitig in der Mobilitätszentrale Dietzenbach zu informieren: „Wir sind immer bemüht, zu helfen. Wenn besetzt ist, sprechen Sie auf Band, wir rufen dann zurück“, verspricht sie. Per Telefon oder auch persönlich können Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zum Beispiel verschiedene Verbindungen erfragen, wenn sie selbst daheim keinen Internetzugang haben.

Kontakt: Kvg-OF, Masayaplatz 1, Dietzenbach (S-Bahn-Station Mitte),  06074/69669-29. Öffnungszeiten: montags bis freitags, jeweils von 7 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Weitere Informationen auch im Internet.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare